Lehrermangel Vier Ost-Bundesländer zahlen Provinzzulage

Mit finanziellen Anreizen wollen vier ostdeutsche Bundesländer Lehrkräfte für Schulen in ländlichen Gebieten ködern. Zwei Länder im Westen planen einen ähnlichen Schritt, wie eine SPIEGEL-Umfrage ergab.
Schulklasse in Mecklenburg-Vorpommern: Geld soll Referendare aufs Land locken

Schulklasse in Mecklenburg-Vorpommern: Geld soll Referendare aufs Land locken

Foto: Bernd Wüstneck/ DPA

In Ostdeutschland locken bereits vier Bundesländer Lehrkräfte mit Zulagen an Schulen in abgelegene Gebiete; Schleswig-Holstein und Niedersachsen planen solche finanziellen Anreize. Das hat eine SPIEGEL-Umfrage in allen 13 Flächenländern ergeben.

Die höchste Zulage streichen demnach Referendare in Sachsen ein: Sie erhalten seit dem 1. August 1000 Euro zusätzlich zu ihrem Grundgehalt von 1500 Euro - sofern sie ihren Dienst außerhalb der Ballungszentren Leipzig und Dresden ableisten und danach mindestens fünf Jahre an einer Schule auf dem Land unterrichten. Auch fertige Lehrer können dort bis zu 600 Euro mehr im Monat bekommen.

Lehrkräfte in Brandenburg erhalten in "Bedarfsregionen" 300 Euro brutto zusätzlich im Monat. Mecklenburg-Vorpommern bietet Bewerbern auf schwer zu besetzende Stellen - auf dem Land, aber auch in der Stadt - im Ausnahmefall die Eingruppierung in eine höhere Erfahrungsstufe an. Sachsen-Anhalt praktiziert ein ähnliches Modell, die Verbesserung kann dort im Einzelfall bis zu 500 Euro brutto im Monat ausmachen.

Schleswig-Holsteins Landesregierung will Referendaren an einigen Schulen an der Westküste künftig 250 Euro brutto zusätzlich zahlen. Niedersachsen erwägt eine "Flächenprämie" für Sekundarschullehrer in fünf Modellregionen, die unter chronischem Bewerbermangel leiden.

Im Video: Lehrermangel - Wenn die Deutschlehrerin täglich aus Polen anreist

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In Nordrhein-Westfalen werden solche Maßnahmen noch diskutiert. Nicht alle finden das gut. "Wir haben im ländlichen Raum viele Lehrkräfte, die seit Jahren unter schwierigen Bedingungen arbeiten", sagt Christian Hoffmann, Gewerkschaftssekretär der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Niedersachsen. "Wenn nun ein neuer Kollege für dieselbe Tätigkeit eine Zulage erhält, ist das ungerecht." Er plädiert dafür, auch die etablierten Lehrkräfte finanziell besser zu stellen.

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