Die Schulverbesserer - Teil 6 Welche Eigenschaften muss ein guter Lehrer haben?

Schlechte Lehrer hatte jeder mal. In der Serie "Wie werden unsere Schulen besser?" diskutieren Schüler, Lehrer, Bildungsexperten und Politiker diese Frage: Was machte gute Lehrer gut?
Grundschullehrerin an der Tafel: Positive Grundeinstellung zu Beruf und Schülern

Grundschullehrerin an der Tafel: Positive Grundeinstellung zu Beruf und Schülern

Foto: Corbis

Wer seinen Lehrer mag, freut sich auf den Unterricht, findet den Stoff häufig interessant und strengt sich auch mehr an als in anderen Fächern: Beliebte Lehrer können ihre Schüler häufig gut motivieren. Doch wer an seine Schulzeit zurückdenkt, weiß auch: Nettigkeit allein reicht nicht aus. Lehrer, an die man sich gern erinnert, waren häufig sogar recht eigenwillig, rau und kantig.

Eine Umfrage unter angehenden Abiturienten hat jedoch gezeigt, dass sich häufig Schüler mit geringem Selbstbewusstsein ernsthaft vorstellen können, den Lehrerberuf zu ergreifen: Nur 13 Prozent derjenigen Schüler mit Berufswunsch Lehrkraft sagen über sich, sie könnten sich gut durchsetzen. Und knapp 16 Prozent haben nach eigenen Angaben ein hohes Selbstvertrauen. Nur jeder vierte Lehramtsinteressent glaubt, er könne andere gut motivieren.

Eine stabile Persönlichkeit, pädagogische Fähigkeiten, ausreichend Fachwissen - welche Mischung aus diesen Zutaten macht einen guten Lehrer aus? Und: Kann man das lernen?

Lesen Sie die Antworten von Bildungsministern, Wissenschaftlern, Lehrern und Schülern auf die Frage: Welche Eigenschaften muss ein guter Lehrer haben?

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Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes:
"Ein Lehrer muss seine Fächer souverän beherrschen und lieben. Das steckt Schüler an. Er muss junge Leute mögen, ohne deren Kumpel sein zu wollen. Er muss gerecht sein. Er darf sich nicht auf der Nase herumtanzen lassen. Und er braucht ein solides Nervenkostüm."

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Mona Steininger, Preisträgerin beim SPIEGEL-Schülerzeitungswettbewerb:
"Nichts ist schlimmer als ein Lehrer, der nur wenig Fachkompetenz besitzt. Sobald Schüler merken, dass ihr Lehrer selbst nicht so genau weiß, was er da eigentlich erzählt, werden sie unruhig und haben weniger Respekt vor ihm. Gut ist es immer zu merken, dass man einen Menschen vor sich hat, der auch mal einen schlechten Tag hat oder einen Witz macht."

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Brunhild Kurth (CDU), Kultusministerin von Sachsen:
"Lehrer sollten Kinder und Jugendliche mögen und gern mit jungen Menschen arbeiten. Das ist fast noch wichtiger als ein exzellentes Fachwissen."

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Michael Winterhoff, Buchautor, Kinder- und Jugendpsychiater:
"Lehrer sollten eine gefestigte Persönlichkeit haben, um Kindern Halt und Orientierung zu bieten. Und sie sollten über ein umfassendes pädagogisches und entwicklungspsychologisches Wissen verfügen sowie die Bereitschaft haben, Kindern Werte und Lerninhalte zu vermitteln - und es auch als ihre Aufgabe ansehen, Schülern zu einer umfangreichen psychischen Entwicklung zu verhelfen, sodass sie später ihr Leben meistern können. Dabei müssen Lehrer es auch aushalten können, sich mal unbeliebt zu machen."

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Richard David Precht, Bestsellerautor:
"Kinder lieben und Begeisterung für seine Sache vermitteln können."

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Sandra Scheeres (SPD), Schulsenatorin von Berlin:
"Die Aufgaben einer Lehrkraft sind in Paragraph 67 des Schulgesetzes definiert: 'Die Lehrerin oder der Lehrer unterrichtet, erzieht, beurteilt und bewertet, berät und betreut in eigener pädagogischer Verantwortung im Rahmen der Bildungs- und Erziehungsziele und der sonstigen Rechts- und Verwaltungsvorschriften sowie der Beschlüsse der schulischen Gremien.' Um die täglichen Anforderungen meistern zu können, die weit über die fachliche Wissensvermittlung hinausgehen, brauchen Lehrer und Lehrerinnen soziale und interkulturelle Kompetenzen sowie eine hohe Flexibilität. Ihr Engagement, ihre Ausdauer und ihre Leidenschaft sind für eine zukunftsfähige Gesellschaft unerlässlich."

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Marlis Tepe, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft:
"Zunächst einmal müssen Lehrkräfte Kinder und Jugendliche mögen - und sich selbst auch. Selbstbewusstsein, Interesse an anderen Menschen, Zugewandtheit und Einfühlungsvermögen sind Grundvoraussetzungen. Pädagogisches und fachliches Wissen müssen im Studium erworben und ein Berufsleben lang in Theorie und Praxis weiterentwickelt werden."

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Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung:
"Gute Schule ist guter Unterricht. Und der wird durch gute Lehrer gemacht. Ein guter Lehrer baut eine positive professionelle Beziehung zu seinen Schülern auf, hat Vertrauen in ihre Potenziale und stellt hohe Ansprüche an sie. Er fördert die Schüler individuell und kennt sich gut in seinen Fächern aus. Er muss die Fähigkeit haben, immer wieder zu überprüfen, ob die Dinge, die er vermitteln möchte, auch bei den Schülern ankommen. Auch die Fähigkeit, gemeinsam mit den Kollegen an der Weiterentwicklung des Unterrichts zu arbeiten und auf kollegiales Feedback zu hören, zeichnet einen guten Lehrer aus."

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Sylvia Löhrmann (Grüne), Schulministerin in Nordrhein-Westfalen:
"Eine gute Lehrerin oder ein guter Lehrer ist in der Lage, sich auf eine vielfältige Schülerschaft professionell einzustellen. Sie oder er muss Verantwortung für die Schülerinnen und Schüler übernehmen und in der Lage sein, in multiprofessionellen Teams zu arbeiten."

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Kerstin Gleine, Friedrich-Ebert-Gymnasium Hamburg, Lehrerin des Jahres 2013 beim Klaus-von-Klitzing-Preis:
"Zuallererst sollten Lehrer eine sehr positive Grundeinstellung zu ihrem Beruf und ihren Schülern haben. Ein guter Lehrer behandelt seine Schüler respektvoll, nimmt deren Bedürfnisse und Probleme ernst und sorgt für das nötige Vertrauen. Und er legt Verhaltensregeln für die Schüler fest, setzt Grenzen, achtet auf deren Einhaltung und ist dabei berechenbar."

In Teil 1 fragten wir die Schulverbesserer:

In Teil 2 fragten wir die Schulverbesserer:

In Teil 3 fragten wir die Schulverbesserer:

In Teil 4 fragten wir die Schulverbesserer:

In Teil 5 fragten wir die Schulverbesserer:

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