Brutale Lektion Lehrer zeigt Sechstklässlern Horrorfilm

Dafür erntete er blankes Entsetzen unter Schülern und Eltern: Ein Mathematiklehrer hat in Frankreich seiner Klasse den Horrorfilm "Saw" gezeigt. Er wurde vorläufig suspendiert.

Harte Kost: "Saw" ist nichts für Zartbesaitete
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Harte Kost: "Saw" ist nichts für Zartbesaitete


"Nun seht ihr euren ersten Horrorfilm" - mit diesen Worten soll ein Mathematiklehrer im Klassenraum der Schule Jean-Baptiste Clément das Whiteboard angeschaltet haben. Auf dem Programm: der Thriller "Saw" von James Wan. Die elf Jahre alten Schüler aus Hautes-de-Seine, nahe Paris, sahen in den folgenden Minuten grausige Szenen.

Bereits in der ersten Szene wachen zwei Männer neben einer blutüberströmten Leiche auf und geraten in Panik. Bald müssen sich die Angeketteten entscheiden, ob sie sich mit einer Säge selbst amputieren oder sich gegenseitig umbringen wollen. Es folgen brutale Splatter-Szenen, Folterinstrumente, Verstümmelungen, das sadistische Spiel eines Serienkillers. "Saw" kann zum Subgenre des "Folter-Porno" gezählt werden und ist in Deutschland in ungekürzter Fassung ab 18 Jahren freigegeben.

Grausiger Pausenfüller

"Am Montag kam mein Sohn verstört nach Hause, es ging ihm sichtlich schlecht", berichtete ein Vater dem französischen Radiosender Europe 1. "Als ich nachhakte, berichtete er, sein Mathematiklehrer habe im Unterricht einen Horrorfilm gezeigt." Der Vater kontaktierte die Schulleitung und beschwerte sich.

Der Lehrer habe offenbar einen Lückenfüller gesucht, um seine Schüler 20 Minuten zu beschäftigen, berichtet Europe 1. Der Lehrer habe deshalb vorgeschlagen, einen Film zu schauen. Am Ende des Schuljahres finden Lehrerkonferenzen und Elterngespräche statt, Stunden werden gekürzt oder unterbrochen. Es sei dann die Idee eines Schülers gewesen, "Saw" aus dem Netz auf das Whiteboard zu streamen. Der Lehrer habe es zugelassen.

Die Schule suspendierte den Lehrer und leitete ein Disziplinarverfahren ein. Einige Eltern möchten den Lehrer anzeigen. "Es ist noch nicht klar, welche rechtlichen Schritte wir anstrengen können", sagte ein Vertreter des Elternbeirats gegenüber Europe 1. Für die betroffenen Schüler seien aber Sprechzeiten mit Lehrern, einem Psychologen und einem Sanitäter angeboten worden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels stand, der Lehrer, der seinen Kindern den Horrorfilm zeigte, heißt Jean-Baptiste Clément. Das ist nicht richtig. Jean-Baptiste Clément ist vielmehr der Name der Schule. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

cpa



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