Lehrermangel Vorsicht, Schweinezyklus!

An Deutschlands Schulen rollt in den kommenden Jahren eine Pensionswelle. Ein Fünftel der Lehrkräfte ist älter als 55 Jahre. Wegen der guten Berufsaussichten interessieren sich jetzt wieder mehr Studienanfänger für die Schullaufbahn. Zwei Drittel von ihnen sind Frauen.


Grafik Lehrerbedarf: Nachfolger gesucht

Grafik Lehrerbedarf: Nachfolger gesucht

Lehrer bleiben weiterhin gesucht. Wegen der zahlreichen Pensionierungen wird es in den nächsten Jahren erheblichen Einstellungsbedarf geben, prophezeit das Statistische Bundesamt. Zugleich wird nämlich die Zahl der Absolventen, die ein Lehramtsstudium beenden, weiter sinken. Im Prüfungsjahr 2002 schlossen 23.500 potenzielle Lehrer ihr Studium ab, das sind rund sechs Prozent weniger als 2001.

Die guten Berufschancen haben sich aber offenbar bei Studienanfängern herumgesprochen. Im Wintersemester 2003/2004 studierten insgesamt 210.000 Studentinnen und Studenten auf Lehramt, das sind erheblich mehr als noch im Wintersemester 2000/2001, als mit 187.600 Lehramtsstudierenden ein absoluter Tiefpunkt erreicht wurde. Besonders attraktiv ist der Beruf offenbar für Frauen: Sie stellen zwei Drittel der Lehramtsstudenten. In den Mathematik-, Physik, Chemie- oder Biologieunterricht zieht es nur eine Minderheit der künftigen Lehrer: Nur jeder Fünfte wählte ein Hauptfach aus den Naturwissenschaften.

Gegenwärtig ist übrigens jeder hundertste Einwohner Deutschlands ein Lehrer - Kleinkinder und Greise mit eingerechnet. 792.900 Berufstätige haben in der Schule ihren Arbeitsplatz, 1,3 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Da im gleichen Zeitraum die Zahl der Schüler leicht sank, verbesserte sich die Unterrichtsversorgung der Schülerinnen und Schüler, so das Statistische Bundesamt.

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