Baden-Württemberg Lösungen zu Mathe-Abi im Netz aufgetaucht

In Baden-Württemberg hat jemand die Lösungen des Mathe-Abiturs ins Internet gestellt. Das Ministerium vermutet: Ein Lehrer steckt dahinter.

Prüfung: Kurz nach dem Mathe-Abi sind die Lösungen im Netz aufgetaucht
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Prüfung: Kurz nach dem Mathe-Abi sind die Lösungen im Netz aufgetaucht


Was würden Schüler wohl dafür geben, wenn sie die Lösungen des Mathe-Abiturs schon vorher wüssten? Für manche ist allein die Wartezeit bis zur Verkündung der Ergebnisse nervenaufreibend. In Baden-Württemberg können sich viele die quälende Warterei wohl sparen: Kurz nach dem Mathe-Abitur am Donnerstag sind die Lösungen im Internet aufgetaucht.

Wie der Sender SWR berichtet, bestätigte ein Sprecher des Kultusministeriums in Stuttgart, dass die Lösungsblätter echt sind. Eigentlich seien diese ausschließlich für Fachlehrer bestimmt, denen es aber strikt verboten sei, sie zu veröffentlichen.

Jetzt sucht das Ministerium nach demjenigen, der die Dokumente hochgeladen hat. "Für die Person wird das natürlich unangenehme Konsequenzen haben", sagte ein Sprecher. Man gehe aber davon aus, dass die Lösungen erst nach dem Abitur ins Netz gestellt wurden.

Nachdem diese im Netz aufgetaucht waren, hatten viele Schüler Angst, dass die Klausur wiederholt werden muss. Nach bisherigem Kenntnisstand sei das aber nicht nötig, so das Ministerium, da die Lösungen offenbar nicht schon vor der Prüfung bekannt geworden seien.

Dem Lehrer, der für den Vorfall verantwortlich ist, drohen dem Ministerium zufolge harte disziplinarische Konsequenzen. Das könne bis hin zum Ausschluss vom Dienst gehen, auch wenn solche drastischen Sanktionen eher unwahrscheinlich seien. Am Montag will laut SWR das Gymnasialreferat darüber beraten, wie es in der Sache weiter vorgehen will.

2013 hatte ein 58-jähriger Mathelehrer im nordrhein-westfälischen Gelsenkirchen-Buer einer Schülerin gegenüber Abituraufgaben ausgeplaudert. Ein Jahr danach wurde er vom Amtsgericht Marl wegen Geheimnisverrats zu einer Geldstrafe von 7200 Euro verurteilt.

In dieser Woche wird das Mathe-Abi an den technischen Gymnasien in Baden-Württemberg geschrieben. Die Aufgaben dort unterscheiden sich aber von denen der allgemeinbildenden Gymnasien. Die Schüler dürfen also nicht darauf hoffen, dass sich die Prüfung verschiebt.

cib/dpa

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insgesamt 26 Beiträge
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Seite 1
budissa 22.03.2015
1.
In der DDR gab es bereits 1963 ein Zentral-Abitur. Da konnte man am nächsten Werktag nach der schriftlichen Mathe-Prüfung in der Zeitung "Junge Welt" die Lösungen ansehen. Was ist daran schlecht? Es half jedenfalls, sich auf eine mögliche mündliche Prüfung besser vorzubereiten
hatschon 22.03.2015
2. Da kriegt aber jemand
Angst vor den harten Konsequenzen ich lach mich schlapp. Das Abi war doch gelaufen!
brutus 22.03.2015
3.
Geht doch! Schade, hätten wir ein Zentralabitur, könnte ganz Deutschland davon profitieren! Das ist immer noch besser als in Hessen, wo die durch Null teilen!
maphy 22.03.2015
4.
Zitat von budissaIn der DDR gab es bereits 1963 ein Zentral-Abitur. Da konnte man am nächsten Werktag nach der schriftlichen Mathe-Prüfung in der Zeitung "Junge Welt" die Lösungen ansehen. Was ist daran schlecht? Es half jedenfalls, sich auf eine mögliche mündliche Prüfung besser vorzubereiten
Mit den Lösungen und vor allem mit den Aufgaben kann man richtig Geld verdienen. Da werden kommentierte Arbeitshefter veröffentlicht, die die Lösungen enthalten. Nicht umsonst werden Lösungen und auch die Aufgaben geheim gehalten und nicht veröffentlich. Bildung ist ein riesiger Milliardenmarkt.
Stäffelesrutscher 22.03.2015
5.
Oh weh - an der DDR war doch alles schlecht, wie der MP schon in seiner maoistischen Phase wusste. Wahrscheinlich wird dem Lehrer jetzt auch noch vorgeworfen, die DDR zu verherrlichen! * Sarkasmus aus * Aber vermutlich konnte der Lehrer einfach nicht mit diesem Neuland Internet umgehen ...
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