Mathe-Olympiade Weltbeste Rechengenies kommen aus China

Die Lösungsversuche sind korrigiert, die besten Mathegenies stehen fest: China, Japan und Russland stehen an der Spitze der Länderwertung. Das deutsche Team erreichte bei der Internationalen Mathematik-Olympiade in Bremen Rang neun. Eine Dresdnerin verpasste den ersten Platz haarscharf.


Sechs Aufgaben bekamen die rund 550 Schüler in der vergangenen Woche in Bremen vorgelegt - aber nur zwei fanden für alle eine Lösung. Makoto Soejima aus Japan und Dongyi Wie aus China erreichen als einzige Teilnehmer der Internationalen Mathematik-Olympiade (IMO) die volle Punktzahl - und sind damit die weltbesten Rechengenies.

Den dritten Platz sicherte sich die Dresdnerin Lisa Sauermann. Ihr fehlte bei einer Aufgabe ein einziger Punkt - so kam sie auf 41 statt der maximal möglichen 42 Punkte. Für die 16-Jährige war es bereits die dritte IMO-Teilnahme. 2007 hatte sie eine Silbermedaille gewonnen, 2008 sogar Gold.

Das IMO-Reglement sieht vor, dass etwa die Hälfte aller Schüler eine Medaille bekommt. Die Verteilung von Gold zu Silber zu Bronze entspricht dem Verhältnis 1:2:3. In diesem Jahr wurden 49 Goldmedaillen (ab 32 Punkten), 98 Silbermedaillen (ab 24 Punkte) und 135 Bronzemedaillen (ab 14 Punkten) vergeben.

In der Länderwertung, die durch Addition der Punkte der sechs Teilnehmer eines Teams entsteht, dominierten wie erwartet asiatische Länder, Russland und die USA (siehe Tabelle). China sicherte sich, wie häufig auch in den Vorjahren, Platz eins. Deutschland, am Ende auf Rang neun, erreichte das selbstgesteckte Ziel, das beste Land Westeuropas zu werden. Mit einer Gold-, vier Silber- und einer Bronzemedaille wurden die eigenen Ziele sogar übertroffen.

IMO 2009 - Länderwertung

Rang Land Gold Silber Bronze Punkte*
1 China 6 0 0 221
2 Japan 5 0 1 212
3 Russland 5 1 0 203
4 Südkorea 3 3 0 188
5 Nordkorea 3 2 1 183
6 USA 2 4 0 182
7 Thailand 1 5 0 181
8 Türkei 2 4 0 177
9 Deutschland 1 4 1 171
10 Weißrussland 1 4 1 167

*Ein sechsköpfiges Team kann maximal 6x42=252 Punkte erreichen.

Als Scharfrichter erwies sich, wie von der Jury erwartet, die Aufgabe sechs, die letzte am zweiten Klausurtag und schwerste der gesamten Olympiade. Gerade mal drei Schüler konnten sie vollständig lösen - nämlich die ersten drei in der Gesamtwertung, darunter auch die Deutsche Lisa Sauermann.

Die erste Aufgabe am ersten Tag hingegen konnte die Mehrzahl der mehr als 500 Teilnehmer aus über hundert Ländern problemlos lösen. Diese Aufgabe ist traditionell die einfachste. In diesem Jahr ging es um Mitglieder eines Clubs, die sich hässliche Präsente untereinander weiterverschenken.

hda



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