Ärger um Abi-Klausuren Bayern lässt Mathenoten so, wie sie sind

Tausende Schüler hatten protestiert, weil sie das Mathe-Abi zu schwer fanden. Einige Bundesländer gaben nach - Bayern nicht: "Das ist jetzt fix", sagt der Kultusminister.

Bayerns Kultusminister Michael Piazolo: "Wollen daraus für die Zukunft lernen"
Peter Kneffel/ DPA

Bayerns Kultusminister Michael Piazolo: "Wollen daraus für die Zukunft lernen"


Die Abiturnoten im Fach Mathematik werden in Bayern nicht nachträglich angepasst. "Das ist jetzt fix", teilte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) mit. Das Ministerium habe inzwischen mehr als die Hälfte der Noten gesichtet und keine außergewöhnlichen Abweichungen von den Durchschnittsnoten der vergangenen Jahre festgestellt.

"Deshalb werden wir nicht in den Bewertungsmaßstab eingreifen", sagte Piazolo. Trotzdem werde man die Kritik der Schüler ernst nehmen und das Abitur nachbereiten, "um aus den jetzt gemachten Erfahrungen für die Zukunft zu lernen". Wie genau der landesweite Abiturschnitt ausfallen wird, steht laut Piazolo noch nicht fest. In den vergangenen Jahren hatte der Schnitt in Bayern bei rund 2,3 gelegen.

Das Saarland, Bremenund Hamburg hatten zuletzt angekündigt, den Bewertungsschlüssel für einige der Matheprüfungen anzupassen - und damit auf Schülerproteste reagiert. Zehntausende Menschen aus zwölf Bundesländern hatten in einer Onlinepetition die diesjährigen Abiturprüfungen kritisiert. In Bayern bemängelten sie vor allem Textlastigkeit und Umfang der Aufgaben.

Derweil bekannten sich die Kultusminister der Länder ausdrücklich zu dem gemeinsamen Aufgabenpool für Abituraufgaben in den Fächern Mathematik, Englisch und Deutsch. Die Probleme mit dem diesjährigen Matheabitur hätten nichts mit dem Konzept des Pools zu tun gehabt, sagte der Präsident der Kultusministerkonferenz, Alexander Lorz (CDU).

Vielmehr seien die länderübergreifenden Aufgaben ein Erfolg für die Vergleichbarkeit des Abiturs, so Lorz. Künftig solle es demnach aber genauere Richtlinien geben, nach denen die Länder Aufgaben aus dem Pool übernehmen dürfen.

jkl/dpa



insgesamt 82 Beiträge
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temp1 07.06.2019
1. Abitur für Jedermann
Abitur für Jedermann, das muß doch erreichbar sein.
merkur08 07.06.2019
2. Ein Hoch auf die Bayern
Endlich mal jemand, der sich von der Schneeflöckchengeneration nicht umstimmen läßt. Wahrscheinlich werden dann in den anderen Bundesländern Aufgaben gestelt, wie was sit 1 + 1? Und vermutlich werden etliche durchfallen.
sapiens-1 07.06.2019
3. Offensichtlich bestand ein Unterschied...
...zwischen der Art der Aufgabenstellung in den Poolaufgaben und der Art der Klausuren, die die Schüler in 12 bzw 12/13 hatten. Dann ist das schon ein Beeinträchtigung, die wenigstens im Nachgang nachgearbeitet werden sollte. Wenn Schüler die Aufgaben nicht verstehen, weil sie von schulfernen Akademikern bzw Bürokraten ausgetüftelt wurden, dann geht das nicht. Wenn aber Abiturienten nicht mal ne Textaufgabe so umsetzen können, daß daraus ne Gleichung o.ä. wird, dann bekommen sie auch das Abitur zurecht nicht oder nur zu schlechteren Zensuren. Entscheidend ist m.E., daß das geprüft wird, was gelehrt wurde! Kann dies bejaht werden ist es o.k., wenn die Benotung nicht verbessert wird, wenn nein muß ein Ausgleich erfolgen.
diplpig 07.06.2019
4. Keine Abweichungen vom Schnitt ...
dann braucht man ja auch nicht korrigieren. In einigen Klassen soll es in Hamburg einen Schnitt von 6 Punkten gegeben haben. Das ist ein 4+. Im Schnitt. Deswegen wurde in HH die Noten auch um zwei Punkte angehoben.
Hans Blafoo 07.06.2019
5. Find ich gut!
Wie schon ein Vorposter schrieb, ist es super, dass die Bayern nicht eingeknickt sind. Das gehört im Leben dazu, dass es manchmal einfach nicht so läuft und sich das auch durch noch so viel aufregen nicht ändern lässt. Dann muss man sich bei nächster Gelegenheit einfach mehr Anstrengen als die Fehler immer bei Anderen oder den Umständen zu suchen.
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