Hamburg Café schließt Kinder aus - und wird mit Farbe beschmiert

Eine Hamburger Café-Besitzerin möchte Kinder unter sechs Jahren nicht in ihren Laden lassen - und löst damit massiven Protest aus. Die Wut zeigt sich nun auch an der Fassade des Lokals.

Vater und Kind im Café (Symbolbild)
Adam Angelides/Getty Images

Vater und Kind im Café (Symbolbild)


Sie wollte keine Babys und Kinder in ihrem Café moki's goodies in Hamburg - damit löste die Besitzerin Monika Ertl eine hitzige Debatte aus. Ist es okay, Menschen unter sechs Jahren ein generelles Lokalverbot zu erteilen?

Ja, vollkommen okay, findet Ertl. Für diese Einstellung erhielt sie viel Kritik - aber auch Zuspruch in sozialen Netzwerken. Eine Reaktion erfuhr sie aber auch direkt vor Ort: Die Fassade von Ertls Café wurde in der Nacht zum Freitag mit schwarzer und weißer Farbe besprüht.

Ein trauriger Smiley prangt dort, dazu die Worte "Kevin, 6 Jahre", wie ein Polizeisprecher dem SPIEGEL bestätigte. Zuvor hatte die "Hamburger Morgenpost" berichtet, dass das Café trotz der Schmierereien am Freitag wie gewohnt morgens geöffnet hatte.

Die Diskussion hatte in den vergangenen Tagen ihren Lauf genommen, nachdem die Betreiberin des Cafés einen Instagram-Beitrag auf der Seite ihres Lokals geteilt hatte. Darin hatte Ertl unter dem Hashtag #Schnullergate ihre Entscheidung, Kinder unter sechs Jahren nicht in ihr Café zu lassen, verteidigt.

"Es reicht"

Der Beitrag beginnt emotional: "Jetzt mal ehrlich - es reicht", schreibt Ertl. Sie selbst sei auch Mutter einer Tochter. "Kinderfeindlichkeit zu unterstellen, ist also schon mal Blödsinn." Vielmehr habe die Entscheidung betriebswirtschaftliche Gründe. "Das moki's goodies ist kein spendenfinanziertes demokratisches Mutter-Kinder-Projekt, sondern ein Restaurant, für das ich mir ein Konzept überlegt und in das ich mein privates Geld investiert habe."

Für diese Haltung zeigten mehrere Instagram-Nutzer kein Verständnis: "Wow! Ich hatte wirklich vor bei euch zu frühstücken, aber als Mutter werde ich so eine Philosophie nicht unterstützen und mein Geld lasse ich lieber woanders", schrieb eine Frau. "Ihr schließt halt einfach eine Personengruppe aus", kritisierte ein weiterer Nutzer. Andere hielten dagegen: "Ich persönlich finde ein kleinkindfreies Café super und sehe es als eine Bereicherung. Ein Plus an Freiheit. Danke dafür!"

"Danke Kevin"

Am Freitag war auf dem Instagram-Account des Cafés eine sogenannte Story zu sehen - Fotos, die für nur 24 Stunden zu sehen sind und sich danach selbst löschen. Die Story zeigte unter anderem ein Foto der beschmierten Café-Fassade. "Heute leider eingeschränkte Sichtverhältnisse. Danke Kevin", stand im vom Café eingefügten Kommentar. Auf einem weiteren Foto hieß es: Leckeres Frühstück gebe es trotzdem.

Die Besitzerin selbst war für eine Stellungnahme bis Freitagnachmittag nicht zu erreichen.

Im vergangenen Sommer war auch das Restaurant Oma's Küche auf der Insel Rügen in die Schlagzeilen geraten, weil dort Kinder unter 14 Jahren ab 17 Uhr nicht mehr erwünscht sind. Für zusätzlichen Ärger hatte der Hinweis des Betreibers gesorgt, dies habe auch mit der mangelnden Erziehung durch die Eltern zu tun.

nil/dpa



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