Mobbing Junge bietet Mitschüler im Internet zum Verkauf an

Ein 15-Jähriger aus München hat einen Mitschüler auf ungewöhnliche Weise bloßgestellt: Er bot ihn für 90.000 Euro auf einer Online-Plattform an und setzte eine demütigende Beschreibung dazu.

Smartphone (Archivbild)
DPA

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Die Überschrift der Anzeige lautete simpel: "14-jähriger Junge zu verkaufen". Der Preis liege bei 90.000 Euro, aber sei verhandelbar. Ein 15-Jähriger Münchner hatte die Anzeige bei der Online-Plattform eBay-Kleinanzeigen eingestellt - mit dem Foto seines Mitschülers, wie die Polizei München dem SPIEGEL bestätigte.

Demnach stand in dem Angebot, es würde sich um einen "Fehlkauf" handeln, das "Exemplar komme leider aus China", "sei absolut minderwertig", ein "Ölwechsel" sei zu empfehlen. Laut der Münchner "Abendzeitung" war dies eine weitere Eskalationsstufe eines längeren Mobbings. Der betroffene 14-Jährige soll bereits zuvor auf dem Schulhof schikaniert worden sein.

Eine Frau war bereits Anfang Januar auf die Anzeige gestoßen und hatte die Polizei informiert. Beamte der Abteilung für Menschenhandel ermittelten. Als sie herausfanden, wer hinter der Anzeige steckt, erließ das Amtsgericht München einen Durchsuchungsbeschluss.

Im Mai durchsuchten Einsatzkräfte die Wohnung des 15-Jährigen, in der er mit seinen Eltern lebt. Der Junge sagte aus, es habe sich um einen "derben Spaß aus Langeweile" gehandelt, wie die Polizei mitteilt. In dem Zimmer des Jungen fanden die Polizisten auch eine sogenannte Soft-Nunchaku, eine Waffe, die auch unter dem Begriff Würgeholz bekannt ist.

Laut Polizei muss sich der 15-Jährige nun vor dem Jugendgericht wegen Verleumdung verantworten.

kha

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