Musikfolter gegen Jugendgangs Barry Manilow, bis die Ohren bluten

Wummernde Bässe aus aufgemotzen Autos sind australischen Behörden ein Dorn im Ohr. Die Stadt Sydney greift deshalb zu einer ungewöhnlichen Waffe: Sie will Jugendliche mit dem extrem uncoolen Sound von Barry Manilow ("Mandy") vertreiben.


Barry Manilow kann ganz schön weh tun. Wer sich als Jugendlicher mit Musik beschäftigt, erträgt die Siebziger-Jahre-Dauerbrenner des US-Sängers nicht - folglich kann man mit Manilows Musik ganz leicht ungebetene jugendliche Gäste vertreiben. Davon sind zumindest australische Behörden überzeugt.

Heulboje Manilow: Seine Schmalzsongs sollen Jugendlichen in den Ohren schmerzen
REUTERS

Heulboje Manilow: Seine Schmalzsongs sollen Jugendlichen in den Ohren schmerzen

Politiker in Sydney versuchen nun, Jugendliche, die in ihren Autos lautstark Musik hören und Anwohner belästigen, mit ihren eigenen Mitteln schlagen. Auf mehreren Straßen und Parkplätzen sollen künftig per Lautsprecher Songs von Manilow erschallen. Die Musik sei nämlich so uncool, dass sie die Jugendlichen möglicherweise dazu bringe, entsprechende Gegenden zu meiden, sagte der Kommunalpolitiker Bill Saravinovski in der Montagsausgabe der Zeitung "The Daily Telegraph". "Sie können eine derartige Musik einfach nicht ertragen."

Die Beschallung werde notwendig, weil sich Anwohner und Besucher durch die Jugendlichen bedroht fühlten. In der entsprechenden Gegend würden Restaurants betrieben, und Kunden trauten sich nicht mehr, ihre Autos auf den Parkplätzen abzustellen, sagte Saravinovski.

Zwischen den Liedern Manilows, der mit kitschigen Songs wie "Mandy" und "Copa Cabana" bekannt wurde, wollen die Behörden auch immer wieder klassische Musik einspielen.

Das Experiment hat in Australien schon einmal funktioniert: Ein Einkaufszentrum vertreibt bereits seit Jahren mit der Musik von Bing Crosby unliebsame Besucher.

cpa/Reuters



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