Neue Pisa-Studie Baustau in der Bildungsrepublik

Gesamtnote: befriedigend - mehr ist für Deutschlands Schulsystem nicht drin. Die neue Pisa-Studie zeigt zwar Verbesserungen, doch zu viel liegt noch immer im Argen. Experten analysieren die größten Probleme und erklären, was sich ändern muss.

Grundschülerin im Matheunterricht: Die Bildungsrepublik hat einige Großbaustellen
dapd

Grundschülerin im Matheunterricht: Die Bildungsrepublik hat einige Großbaustellen

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"Schlimmer geht's nicht"
"Bildungskatastrophe"
"Note mangelhaft für Deutschlands Schulen"

So klang das vor neun Jahren, als Deutschland die Ergebnisse der ersten Pisa-Schulstudie erfuhr. Es war ein Schock.

Jeder zehnte 15-Jährige konnte nicht mal auf Grundschulniveau lesen, ergab die Untersuchung. Fast doppelt so viele wie im Durchschnitt der Staaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Und jeder vierte Schüler scheiterte an elementaren Rechenaufgaben. In der hitzigen Debatte wurde damals fast alles gefordert, was im Bildungswesen denkbar ist - da wollten die Grünen dann leistungsbezogene Lehrergehälter einführen und die Industrie- und Handelskammern ganz grundsätzlich eine "neue Kultur der Anstrengung" begründen.

Nun liegt die Pisa-Studie 2009 vor. Ergebnis: Deutschland hat beim Lesen, in den Naturwissenschaften und bei der Mathematik aufgeholt - zum Jubeln besteht trotzdem kein Grund.

Deutsche Schüler haben sich beim Lesen - dem Schwerpunkt der diesjährigen Untersuchung - zwar verbessert. Allerdings nur leicht. Die Zahl der Pisa-Punkte ist in den vergangenen neun Jahren um gerade mal 13 gestiegen.

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Pisa in Grafiken: Deutsche holen beim Lesen auf - ein wenig
Soll heißen: Deutsche Schüler bleiben beim Lesen im internationalen Vergleich durchschnittlich. Außerdem will ein Grundübel des deutschen Bildungssystems einfach nicht verschwinden - die Rolle der sozialen Herkunft eines Schülers ist zu groß.

Alle Ergebnisse: Die Pisa-Studie 2009
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Lesen

Pisa-Studie 2009 - Lese-Kompetenz

Land Punkte
Korea 539
Finnland 536
Kanada 524
Neuseeland 521
Japan 520
Australien 515
Niederlande 508
Belgien 506
Norwegen 503
Estland 501
Schweiz 501
Polen 500
Island 500
USA 500
Schweden 497
Deutschland 497
Irland 496
Frankreich 496
Dänemark 495
Großbritannien 494
Ungarn 494
Portugal 489
Italien 486
Slowenien 483
Griechenland 483
Spanien 481
Tschechien 478
Slowakei 477
Israel 474
Luxemburg 472
Österreich 470
Türkei 464
Chile 449
Mexiko 425

Quelle: OECD

Mathematik

Pisa-Studie 2009 - Mathematik-Kompetenz

Land Punkte
Korea 546
Finnland 541
Schweiz 534
Japan 529
Kanada 527
Niederlande 526
Neuseeland 519
Belgien 515
Australien 514
Deutschland 513
Estland 512
Island 507
Dänemark 503
Slowenien 501
Norwegen 498
Frankreich 497
Slowakei 497
Österreich 496
Polen 495
Schweden 494
Tschechien 493
Großbritannien 492
Ungarn 490
Luxemburg 489
USA 487
Irland 487
Portugal 487
Spanien 483
Italien 483
Griechenland 466
Israel 447
Türkei 445
Chile 421
Mexiko 419

Quelle: OECD

Naturwissenschaften

Pisa-Studie 2009 - Kompetenz Naturwissenschaften

Land Punkte
Finnland 554
Japan 539
Korea 538
Neuseeland 532
Kanada 529
Estland 528
Australien 527
Niederlande 522
Deutschland 520
Schweiz 517
Großbritannien 514
Slowenien 512
Polen 508
Irland 508
Belgien 507
Ungarn 503
USA 502
Tschechien 500
Norwegen 500
Dänemark 499
Frankreich 498
Island 496
Schweden 495
Österreich 494
Portugal 493
Slowakei 490
Italien 489
Spanien 488
Luxemburg 484
Griechenland 470
Israel 455
Türkei 454
Chile 447
Mexiko 416

Quelle: OECD

Was hat sich wirklich getan im vergangenen Jahrzehnt? SPIEGEL ONLINE hat führende Experten gefragt: Andreas Schleicher, den internationalen Pisa-Koordinator der OECD, außerdem die Bildungsforscher Klaus Klemm und Wilfried Bos. Sie sehen Deutschland auf einem guten Weg - aber noch sei viel zu tun.

Die Großbaustellen der Bildungsrepublik - was sich ändern muss:

insgesamt 1222 Beiträge
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Seite 1
pi-news.net, 07.12.2010
1. Kindergeld nach Noten?
Deutschland hat ein kostenloses Schulsystem und jeder kann mit Anstrengung einen guten Schulabschluß erreichen. Dafür muß man sich auf den Hosenboden setzen und lernen, auch wenns "uncool" ist. Und vorher müssen Eltern aufhören ihre Kinder zu misshandeln und ihnen den Sinn von Schule erläutern. D. ist nicht wegen der bürgerlichen Schichten schlecht bei PISA, es sind Leute die alle möglichen Ausreden haben, was sie vom schulischen Erfolg abhält. Vielleicht sollte man das Kindergeld nach Noten in der Schule vergeben. Das würde einen Hype auslösen!
micheldeutsch 07.12.2010
2. Deutschlands Schüler immer noch Mittelmaß
Zitat von sysopDie neue Pisa-Studie liegt vor, Lesen ist der Schwerpunkt - und die Ergebnisse sind für Deutschlands Schüler durchwachsen. Sie haben ihre Position leicht verbessert, sind aber von den Spitzenländern noch weit entfernt. Was muss für die Ausbildung getan werden?
Warum sollten die Schüler besser sein als der Rest Deutschlands? Helmut Schmidt hat recht. http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/europa-fehlen-die-europaeer/3591352.html
forumgehts? 07.12.2010
3.
Zitat von sysopDie neue Pisa-Studie liegt vor, Lesen ist der Schwerpunkt - und die Ergebnisse sind für Deutschlands Schüler durchwachsen. Sie haben ihre Position leicht verbessert, sind aber von den Spitzenländern noch weit entfernt. Was muss für die Ausbildung getan werden?
Da man hier 10 Jahre so gut wie nichts getan hat, kann man nur schliessen, dass die anderen eben schlechter geworden sind. International will es auch vermutlich kein Staat mit der Bildung übertreiben, denn wer legt denn schon Wert auf kluge und informierte Staatsbürger?
baloo55 07.12.2010
4. Adressaten
Bestätigt wurde in der Untersuchung, was schon frühere Studien zeigten: Kleinere Klassen führen nicht automatisch zu besseren Leistungen. Zwischen beiden Faktoren gibt es keinen bedeutsamen Zusammenhang. Soviel zum Geschrei der Lehrerschaft nach immer kleineren Klassen. Bewiesen ist dagegen erneut der Effekt von vorschulischer Bildung. Länder, die hier überdurchschnittlich investieren, schafften in der neuen Pisa-Studie bessere Ergebnisse als die anderen. Wenn heute bereits diskutiert wird, eine KiTa-Pflicht einzuführen, sollte man das den Eltern hinter den Spiegel stecken. Und den Politikern, die das zu Hause bleiben der Kinder auch noch finanziell fördern.
A.D.H. 07.12.2010
5. Deutschland hatte einst das beste Bildungssystem der Welt,
aber unter Einfluss der OECD und EU wird es systematisch gegen die Wand gefahren, um die Leistungsunterschiede Unterschiede innerhalb der EU zu nivellieren (ähnlich, wie in der Wirtschaft). Zudem ist die Studie und deren Methoden höchst kritikwürdig, und es sind nicht die Deutschen selbst, die schlechte Leistungen liefern: Der Chef des Deutschen Philologenverbandes (DPhV), Heinz-Peter Meidinger, sagte dazu: "Der relativ hohe Migranten-Anteil an unseren Schulen ist mitverantwortlich für das schlechte Ergebnis der Deutschen bei der Pisa-Studie". Für den Bildungs-Experten sind vor allem "ihre Sprachdefizite das Problem". http://www.bild.de/BILD/politik/2010/12/06/pisa-studie-philologen-chef-meidinger-migranten-ziehen/pisa-ergebnisse-bei-der-lesekompetenz-nach-unten.html http://www.pisa-kritik.de/ Viele Länder lassen auch nur ihre besten Schüler an der Studie teilnehmen, während Deutschland mal wieder den Musterschüler spielt, und sich damit selbst ins Knie schießt. Die Grünen haben jedenfalls keine Konzepte, außer die Anforderungen und das Niveau der Schulen immer weiter zu senken. Anti-Grüne wollen zur Wahl antreten Sie rechnen mit zehn Prozent und wollen mit der SPD koalieren. Die Hamburger Bürgerinitiative "Wir wollen lernen" protestierte gegen die Schulreform. Nun will sie Partei werden. http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-12/hamburg-wahl-wir-wollen-lernen Auch die SPD täte gut daran, mit der Schulpolitik der Grünen zu brechen.
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