Neuer Pädagogen-Preis Deutschland sucht den Superlehrer

Gelassenheit gegenüber pubertierenden Jugendlichen und eine Menge Coolness - das und mehr sollten die Kandidaten für den neuen Lehrerpreis "Pisagoras" mitbringen. Ab heute können alle Abschlussschüler in Deutschland für ihren Lieblingslehrer stimmen.


Verschroben oder locker, kompetent oder lahm, streng oder kumpelig - jeder Lehrer hat ab heute die Chance, den neu ausgelobten Deutschen Lehrerpreis "Pisagoras" zu ergattern. Aktiv werden können die Lehrer aber nur indirekt - indem sie nämlich guten Unterricht machen und dadurch ihre Schüler anspornen, ein entsprechendes Votum abzugeben.

Mit dem neuen Preis sollen herausragende Leistungen von Pädagogen ausgezeichnet werden, kündigte die im vergangenen Jahr gegründete gemeinnützige "Initiative Deutscher Lehrerpreis" an, die den Wettbewerb veranstaltet. Unter der Schirmherrschaft von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und unterstützt von der Kultusministerkonferenz will die Initiative die öffentliche Auseinandersetzung mit der täglichen Leistung der Lehrer in den Klassenzimmern fördern.

Lehrerin vor einer Grundschulklasse in Magdeburg: Gesucht werden positive Pädagogen-Beispiele
DDP

Lehrerin vor einer Grundschulklasse in Magdeburg: Gesucht werden positive Pädagogen-Beispiele

Die war zuletzt immer wieder heftiger Schelte ausgesetzt, etwa in der vergangenen Woche, als der Uno-Sonderbeauftragte Vernor Muñoz in seinem Bericht das deutsche Bildungssystem schmerzhaft abgewatscht und dabei unter anderem Qualifikation und Arbeitsleistung vieler Pädagogen kritisiert hatte. Für Furore sorgte auch das Buch der Journalistin und vierfachen Mutter Gerlinde Unverzagt, die sich unter dem Pseudonym Lotte Kühn ihren ganzen Frust über die Schulerfahrungen ihrer Kinder von der Seele geschrieben hatte. Und die Zahl der Internet-Foren, in denen sich genervte Schüler und Eltern über schlechten Unterricht auslassen, ist endlos.

Schluss mit dem Gejammer, her mit dem positiven Image: Mit dem "Pisagoras" soll jetzt der Beweis angetreten werden, dass es auch gute Beispiele gibt. Bis zum 4. Mai können Schüler ihren jeweiligen Lieblingslehrer unter www.pisagoras.org vorschlagen. Mitmachen dürfen alle, die in diesem Jahr ihren Abschluss an einer Haupt-, Real-, Mittel-, oder Regelschule, an Gymnasien, Oberschulen oder Gesamtschulen absolvieren. Bewertet wird zum einen die Häufigkeit, mit der ein Lehrer vorgeschlagen wird, zum anderen der Inhalt der Vorschläge, die eingereicht werden. "In den persönlichen Begründungen sollen die Schüler den Lehrer wohl überlegt aus der ganz eigenen Sicht beschreiben und dabei begründen, warum dieser Lehrer für sie ein Kandidat ist", heißt es in der Ausschreibung.

Bei der Auswertung der Begründungen legt die Jury einen Kriterienkatalog zugrunde, der auf Basis der "Standards für die Lehrerbildung" entwickelt wurde - einem Lehrerleitbild, das die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder festgelegt hat. Die Ehrung des beliebtesten Lehrers erfolgt Anfang Juli in Berlin.

him/ddp

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