Scrabble-Meisterschaft Achtjähriger gewinnt mit "Zyzzyva"

"Das ist kein Wort" - "Doch, ist es": Wenn es um obskure Wörter geht, kann niemand Lewis Hawkins etwas vormachen. Nicht einmal Gegner mit 50 Jahren Erfahrung. Der Achtjährige aus Neuseeland gewann überraschend die nationale Scrabble-Meisterschaft.
Scrabble-Spielbrett: "Das ist kein Wort", fand der Lehrer

Scrabble-Spielbrett: "Das ist kein Wort", fand der Lehrer

Foto: Oli Scarff/ Getty Images

Schon mal was vom englischen Wort "Zyzzyva" gehört? Von "Qintars", oder "Euouae"? Lewis Hawkins, 8, hat sich Listen mit solchen Zungenbrechern übers Bett und neben die Toilette gehängt. Sie gehören für ihn zum täglichen Vokabular - nämlich dann, wenn er Scrabble spielt. Nun ließ der Schüler aus Wellington sogar Gegner mit 50 Jahren Spielerfahrung verblassen und gewann die nationalen Meisterschaften in Neuseeland.

"Lewis spielt erst seit einem Jahr Scrabble", berichtete seine Mutter Lynley Jenness der neuseeländischen Zeitung "The Press ". Aber er sei schnell so gut geworden, dass ihm die Trainingspartner fehlten. "Schließlich haben wir ein paar Rentner gefunden, die sich mit ihm zum Spielen verabredet haben." Der Junge habe die gesamten Sommerferien Scrabble gespielt, "jeden Tag, sechs Wochen lang", so die Mutter.

Mit seinem Turniersieg hat sich der Schüler für die Weltmeisterschaften in Prag im Dezember qualifiziert. Bei dem Brettspiel, bei dem Teilnehmer aus zufällig gezogenen Buchstaben möglichst komplizierte Wörter formen müssen, gewann Lewis 13 von 15 Runden. Seine Gegner waren bis zu fünfmal älter als er. "Er spielt einfach brillant", fand Scrabble-Experte Paul Lister bei dem Turnier.

Diskussionen mit dem Lehrer

"Ich mag es einfach, neue Wörter zu lernen", sagte Lewis über seine Leidenschaft. Er begann sie zu sammeln, schon bevor er richtig lesen konnte. Auf seinem Lieblings-Shirt prangt das Wort "Scrabble" über der Brust.

In der Schule allerdings eckt Lewis mit seinem Wortschatz an. "Manchmal sagt der Lehrer 'Das ist kein Wort', und ich sage 'Doch, ist es'", sagte der Schüler gegenüber "The Press". Vor und nach der Schule übe er allein, denn seine Eltern und Geschwister weigerten sich mittlerweile, gegen ihn zu spielen. "Er darf spielen, so viel er will. Aber erst nach den Hausaufgaben", sagte seine Mutter.

cpa/dpa
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