Fotoprojekt über Familie in Neuseeland Smartphone? Kennt Anton nicht, braucht Anton nicht

Kurt, Anton, Rebecca und Arwen wachsen abgeschieden in Neuseeland auf. Kontakt zu Technik haben sie dabei kaum. Wie sie leben, hält ihre Mutter, die Fotografin Niki Boon, in eindrucksvollen Bildern fest.

Niki Boon

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Es sind Schwarz-Weiß-Fotografien, die wie aus der Zeit gefallen wirken. Die Bilder zeigen Kinder, die weder fernsehen, noch einen Computer nutzen. Stattdessen spannt ein Junge einen selbstgebauten Bogen, ein Mädchen tollt halbnackt im Matsch umher.

Festgehalten hat diese Momente die Mutter der Kinder, die Fotografin Niki Boon. Vor einigen Jahren entschied Boon gemeinsam mit ihrem Mann, ihrem Nachwuchs eine ungewöhnliche Kindheit zu bieten - ohne Smartphones, Tablets oder Laptops.

Seitdem lebt Boon mit ihren vier Kindern Kurt, Anton, Rebecca und Arwen auf einem zehn Hektar großen Grundstück in der Region Marlborough auf der Südinsel von Neuseeland. Das Haus der Familie ist umgeben von Natur: sanfte Hügel, Flüsse und eine wilde Küstenlandschaft.

Vor ein paar Jahren beschlossen Boon und ihr Mann, ihre Kinder von der Schule zu nehmen und Zuhause auszubilden. Anstatt einem festen Lehrplan zu folgen, sollen die Jungen und Mädchen größtenteils eigene Projekte und Aktivitäten erarbeiten und laut ihren Eltern dadurch die Welt erfahren. Viele Freunde, Bekannte und Verwandte hatten anfangs Bedenken. Heute würden sie sehen, wie glücklich die Kinder seien und wie viel sie lernten, sagt Boon.

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13  Bilder
Bogenschießen, Schlammschlacht und Hüpfgummi: Kindheit ohne Tablet

Laut der Fotografin fehlen den Kindern die Geräte nicht, nur sehr selten würden die beiden Älteren mittlerweile Computer und Handy nutzen, um Informationen zu recherchieren oder mit ihren Freunden zu kommunizieren. Dass die Kinder auf TV, Spielkonsolen und Handys verzichten, führe nicht etwa dazu, dass sie sich langweilen.

Die Natur in der Umgebung ihres Hauses biete ihnen genug Abwechslung: Die Kinder verbringen die meiste Zeit im Freien, spielen, kümmern sich um ihre Ziegen, Schafe, Hühner, Enten und Pferde. Sie springen in den Fluss, sie zeichnen, lesen, klettern auf Bäume, laufen über Felder - anstatt auf Monitore zu starren.

Ihre Kamera hat Boon auf einem Regal im Wohnzimmer stehen, immer wenn etwas Interessantes passiert, nimmt sie sie in die Hand. Das geschehe manchmal mehrmals täglich, manchmal nur alle paar Tage, so die Fotografin. Größtenteils entstehen die Bilder spontan, nur selten bittet die Mutter ihre Kinder, etwas zu wiederholen, damit sie die Situation festhalten kann.

Boon druckt viele der Fotos aus und klebt sie in Alben, die Kinder würden aber nur wenig Interesse daran zeigen. "Hoffentlich blicken sie eines Tages zurück und freuen sich darüber", sagt Boon. Sie selbst hätte gern mehr Bilder aus ihrer eigenen Vergangenheit - ihre eigenen Eltern fotografierten sie kaum.

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