NRW Moscheeverband lässt Sitz in Beirat für Islamunterricht ruhen

Der türkisch-islamische Moscheeverband reagiert auf die jüngsten Spitzelvorwürfe. Ditib nimmt seinen Sitz im Beirat für den Islamunterricht in Nordrhein-Westfalen vorerst nicht wahr.

Moschee in Duisburg
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Moschee in Duisburg


Ditib hat auf eine Forderung von NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann reagiert. Die nächsten Termine des Beirats für den Islamunterricht in NRW werden ohne einen Vertreter des Verbands stattfinden. In einer Erklärung hieß es am Dienstag, damit solle jeder "Schaden vom Beirat und damit von den Muslimen in Deutschland" abgewendet werden. Zunächst sollten die Spitzelvorwürfe gegen den Verband geklärt werden.

Ditib hatte unlängst bestätigt, dass Imame des Verbands Informationen über Anhänger des von der Türkei als Staatsfeind gesuchten Predigers Fethullah Gülen nach Ankara geschickt hatten. Der Verband sprach von einem Versehen.

Mit der Entscheidung, den Beiratssitz ruhen zu lassen, wolle Ditib zur Versachlichung der aktuellen Debatte beitragen, erklärte der Verband. Zugleich verwahrte er sich gegen einen "Generalverdacht" oder eine Vorverurteilung der zugehörigen Moscheegemeinden und Hunderttausenden von Gemeindemitgliedern.

Ditib habe in Nordrhein-Westfalen "Pionierarbeit" für die Etablierung des islamischen Religionsunterrichts geleistet, hieß es in der Mitteilung. Es sei "ein großes Anliegen, dass dieser erfolgreich weitergeführt wird".

Löhrmann begrüßte die Entscheidung. "Der Beirat kann seine Arbeit nun unbelastet von den Vorwürfen fortsetzen", erklärte sie. Dies sei "ein gutes Zeichen für den islamischen Religionsunterricht".

"Ich kann mir vorstellen, dass Ditib der Schritt nicht leicht gefallen ist, und würdige ausdrücklich den Beitrag zur Einführung des islamischen Religionsunterrichts in Nordrhein-Westfalen", erklärte Löhrmann. Die Ministerin betonte, Ditib sei "aufgefordert, weiter an der Aufklärung der Spitzelvorwürfe mitzuwirken".

Dem Verband werden rund 900 Moscheegemeinden in Deutschland zugerechnet, die vorwiegend von Muslimen mit türkischen Wurzeln besucht werden. Der Dachverband ist personell und organisatorisch eng mit der staatlichen türkischen Religionsbehörde Diyanet verwoben, die direkt der Regierung in Ankara unterstellt ist.

ler/AFP



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Zukunft3.0 07.02.2017
1. Misstrauen ist geboten
Diesem Verband kann man nicht trauen. Wer von der Türkei aus gesteuert wird und somit unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit immer mehr Einfluss in unserem Land gewinnen will, sollte verboten werden. Unsere Toleranz wird mit Füßen getreten und ausgenutzt. Wenn ich in den Medien sehe, wie junge Türken, die hier geboren sind, über unserer Land denken, kann einem Angst werden. Dazu tragen m.E. auch die Prediger in den Moscheen bei. Hier sollten so langsam Konzequenzen gezogen werden.
seamanslife 07.02.2017
2. Ditib ist Ankaras langer Arm
Ditib wird direkt aus Ankara finanziert und gesteuert. Die Freitagspredigt kommt aus Ankara und bezieht sich nicht auf die Probleme der Muslime in unserem Land. Ditib soll die im Ausland lebenden Türken ideologisch abhängig machen und auf Erdogans Linie halten. Das hat nichts mit Religionsfreiheit zu tun wenn man sie einfach gegen unsere Werte agieren läßt. Erdogan persönlich hat sich gegen die Integration der Türken in Deutschland ausgesprochen, hat man das schon vergessen? Das ist eine Untergrundorgansation die über schlagkräftige Anhänger verfügt.
nichtsalsverdrus 08.02.2017
3. Es nervt....
Der Staat hat sich gefälligst aus diesem ganzen Religions-Unsinn herauszuhalten. Religion ist Privatsache und hat auch in öffentlichen Schulen nichts verloren. Das ist staatlich unterstützte Indoktrination und Förderung von Konfliktherden, und ich sehe nicht ein, dass dazu meine Steuergelder missbraucht werden.
rsl1411 08.02.2017
4.
Zitat von nichtsalsverdrusDer Staat hat sich gefälligst aus diesem ganzen Religions-Unsinn herauszuhalten. Religion ist Privatsache und hat auch in öffentlichen Schulen nichts verloren. Das ist staatlich unterstützte Indoktrination und Förderung von Konfliktherden, und ich sehe nicht ein, dass dazu meine Steuergelder missbraucht werden.
Vollkommen richtig. In die Schule gehört Religionsgeschichte, aber kein konfessioneller Religionsunterricht. Letzteres können die Eltern, die das für nötig halten, mit ihren Kindern privat veranstalten.
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