Obamas Pläne für Community Colleges Kostenlose Ausbildung für alle!

US-Studenten sollen an Community Colleges künftig zwei Jahre gebührenfrei lernen dürfen. Neun Millionen junge Amerikaner könnten profitieren. Doch ob Barack Obamas Plan aufgeht, ist fraglich: die Republikaner geben sich zurückhaltend.

Lernen ohne Gebühren: Das will Barack Obama zumindest für die öffentlich finanzierten Colleges in den USA
AP

Lernen ohne Gebühren: Das will Barack Obama zumindest für die öffentlich finanzierten Colleges in den USA


US-Präsident Barack Obama hat am Freitag ein Regierungsprogramm angekündigt, das landesweit Millionen von Schülern von Ausbildungsgebühren befreien soll. Betroffen sind die über 1200 öffentlich finanzierten Community Colleges in den USA, eine Mischung zwischen Berufs- und Hochschule.

Rund 40 Prozent der amerikanischen Akademiker beginnen ihre Laufbahn auf einem solchen College - und zahlen für das Studium durchschnittlich 3800 Dollar pro Jahr. Mit der Abschaffung der Gebühren für die ersten beiden College-Jahre will Obama größere Bildungsgerechtigkeit herstellen und mehr Studenten unabhängig vom Einkommen den College-Besuch ermöglichen.

"Bildung ist für Kinder und Jugendliche einfach der Schlüssel zum Erfolg im 21. Jahrhundert", sagte Obama in einer Videobotschaft, "das kommt auch der Qualifizierung unserer Arbeitskräfte zugute und steigert unsere weltweite Wettbewerbsfähigkeit." Er sei sich sicher, so der amerikanische Präsident, dass das Ziel von zwei gebührenfreien Studienjahren im gesamten Land erreichbar sei.

Community Colleges bieten - im Gegensatz zu universitären Colleges - keine rein akademische Ausbildung an, sondern vermitteln eine Mischung aus wissenschaftlichen und praktischen Kenntnissen. Absolventen können danach in den Beruf oder eine weitere Ausbildung gehen oder an eine reguläre Hochschule wechseln. Die meisten Community Colleges bieten zweijährige Ausbildungsgänge an, manche haben aber auch vierjährige Programme, die zum Bachelorabschluss führen können.

Millionen Studenten könnten profitieren

Die Kosten von Obamas geplantem Programm, so berichtet die "New York Times" vorab, sollen zu drei Vierteln von der amerikanischen Bundesregierung und zu einem Viertel von den Bundesstaaten getragen werden, die sich an dem Modell beteiligen - und nur in diesen Staaten könnten dann auch die Collegestudenten profitieren. Sind alle Bundesstaaten dabei, würde das den Wegfall der Gebühren für rund neun Millionen junge Amerikaner bedeuten - vorausgesetzt, sie bringen ausreichend gute Noten mit (C-plus, in Deutschland etwa vergleichbar einer 2,3) und machen während der Studienzeit kontinuierlich Fortschritte.

Wie hoch die Kosten für das Ende der College-Gebühren tatsächlich sind, ist allerdings noch unklar - wohl auch deshalb, weil Obama für die Umsetzung seines Bildungsplans die Zustimmung des republikanisch dominierten Kongresses braucht. Und es ist fraglich, ob der einen Plan abnickt, der ausgerechnet von dem unbeliebten Demokraten im Weißen Haus stammt. "Ohne Details oder nähere Angaben zu den Kosten ist das vielleicht ein Gesprächsthema, aber kein Plan", lästerte deshalb ein Republikanischer Abgeordneter aus Ohio gegenüber der "New York Times".

Einzelne US-Bundesstaaten und Städte haben bereits ähnliche Bildungsprogramme aufgelegt, wie sie Obama jetzt für die gesamten Vereinigten Staaten vorgeschlagen hat. So gibt es etwa in Chicago in diesem Jahr erstmals gebührenfreie Studienplätzen an den sieben städtischen Colleges für Studenten mit guten Noten. Auch Tennessee hat bereits ein "free community college progam" aufgelegt, mit dem knapp 60.000 Studenten gefördert werden - mehr als doppelt so viele wie ursprünglich erwartet.

Doch das dürfte nicht der einzige Grund sein, warum der US-Präsident sich für die Ankündigung seines Plans ausgerechnet das Pellissippi State Community College in Knoxville, Tennessee, ausgesucht hat. Mindestens genauso wichtig ist, dass der Gouverneur des Bundesstaats, Bill Haslam, das Programm tatkräftig unterstützt - und der ist Republikaner.

him



insgesamt 8 Beiträge
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tomrobert 09.01.2015
1. Ja so wird die Welt eine bessere!
Nicht Kriege und Rüstung , sondern Bildung und Raumfahrt/Forschung. Wenn Amerika so weiter macht, gewinnt es die Sympathie wieder zurück
keks35 09.01.2015
2.
Ein C+ ist keine 2,3 in Deutschland. In den USA bekommt man zur Durchschnittsberechnung für jede Note (A, B, C...) credit points. Für C+ bekommt man 2,3 Punkte, für B- 2,7 . Ein C+ würde eher einer 3+ enrsprechen.
forschung 09.01.2015
3. C+
Wie bereits keks35 schrieb: Eine C+ ist keine 2,3. Am beten konsultiert man einen großen Anbieter, der Äquivalenzfeststellungen macht, wie z.B. WES und die gibt für eine C eine 3,5 bis 4,0 an. D.h. die C+ ist damit ca. eine 3,0, vielleicht auch 3,3.
niko123 10.01.2015
4. schüleraustausch
Ich mache gerade ein auslandsjahr in kalifornien, usa und ein c+ hat hier eigentlich jeder. Auch die leute die keine hausaufgaben machen etc. Defacto werden 95% der schulabschließer aufs college gehen können. Dennoch find ichs gut, denn viele familien haben enorme probleme mit der finanzierung!
demophon 10.01.2015
5.
Zitat von niko123Ich mache gerade ein auslandsjahr in kalifornien, usa und ein c+ hat hier eigentlich jeder. Auch die leute die keine hausaufgaben machen etc. Defacto werden 95% der schulabschließer aufs college gehen können. Dennoch find ichs gut, denn viele familien haben enorme probleme mit der finanzierung!
Es fragt sich aber bei schlechten Noten immer, auf welchem College man aufgenommen wird. Die Auswahl des richtigen College bzw. Universität ist in den USA von entscheidender Bedeutung. Ein Abschluss eines Colleges, das jeden aufnimmt, ist nichts wert. Bei den renommiertesten Unis in Kalifornien wie Stanford werden nur 5% der besten Bewerber angenommen, bei den ähnlich renommierten aber kostengünstigeren UC Berkeley und UCLA liegt die Zulassungsrate unter 20% und sie sinkt immer mehr. Bewerber mit nur B oder C+ Durchschnitt haben da überhaupt keine Chance. Hinzu kommt der Wert der SAT Zulassungsprüfung. http://www.nytimes.com/2014/04/09/us/led-by-stanfords-5-top-colleges-acceptance-rates-hit-new-lows.html?_r=0
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