Online-Workshop Nachwuchsjournalisten gesucht

Einen guten Artikel für eine Schülerzeitung zu schreiben, ist nicht immer einfach. Das journalistische Handwerkszeug lässt sich aber erlernen. In einem virtuellen Seminar geben SPIEGEL-Redakteure Einblicke in die Arbeitsweise der Journalisten.


Redakteur Udo Ludwig: Dozent im Online-Workshop
SPIEGEL ONLINE

Redakteur Udo Ludwig: Dozent im Online-Workshop

Was zu einer guten Recherche gehört und wie aus dem gesammelten Material ein Artikel wird, zeigen Redakteure des SPIEGEL in einem Online-Workshop für Schüler im Januar. Udo Ludwig aus dem Ressort "Deutschland" betreut dieses Projekt und erklärt im Interview, wie der Kurs abläuft und worauf es bei der Bewerbung ankommt.

SchulSPIEGEL: Herr Ludwig, warum bietet der SPIEGEL-Verlag einen Online-Workshop zum Thema Journalismus an?

Udo Ludwig: Im Rahmen des Schülerzeitungswettbewerbs, den wir nun schon zum zehnten Mal veranstalten, haben wir für die Sieger-Teams in Hamburg Workshops zu unterschiedlichen Themen angeboten. Der Andrang war immer sehr groß. Deshalb haben wir beschlossen, nun einen größeren Interessentenkreis anzusprechen.

SchulSPIEGEL: Für wen ist der Kurs gedacht?

Ludwig: Unser Workshop richtet sich an Schüler, die bereits etwas Schreiberfahrung haben und ihre Kenntnisse auf dem journalistischen Gebiet vertiefen möchten.

SchulSPIEGEL: Müssen die Teilnehmer auch nach Hamburg kommen?

Ludwig: Nein, das müssen sie eben nicht. Wir bieten ein Online-Seminar an und verständigen uns per E-Mail und im Chat. Aufwändige Reisen fallen somit nicht an.

SchulSPIEGEL: Wie läuft der Kurs ab?

Ludwig: Einmal in der Woche stellen wir den Teilnehmern per E-Mail eine Aufgabe, die sie innerhalb von sechs Tagen lösen sollen. Die Ergebnisse werden ins Netz gestellt, damit jeder Teilnehmer sehen kann, wie die anderen die Fragestellungen gelöst haben. Die Resultate werden dann gemeinsam mit mir und anderen SPIEGEL-Kollegen im Chat diskutiert.

SchulSPIEGEL: Und wenn es den Teilnehmern unangenehm ist, wenn die eigene Arbeit vor einer Gruppe präsentiert und womöglich auch kritisiert wird?

Ludwig: Jeder Teilnehmer sollte sich zweierlei klar machen: Konstruktive Kritik ist sinnvoll und notwendig. Wer nicht auf Schwachpunkte aufmerksam gemacht wird, kann nicht daran arbeiten und sich nicht weiterentwickeln. Kritik ist also durchaus erlaubt und erwünscht, aber sie soll sachlich und fair vorgetragen werden. Es ist nicht das Ziel, gute Noten zu bekommen. Sinn und Zweck ist vielmehr, den größtmöglichen Gewinn aus dem Workshop zu ziehen. Am meisten profitieren die Teilnehmer, indem sie sich aktiv einbringen und beteiligen. Also nicht abschrecken lassen.

SchulSPIEGEL: Welche Voraussetzungen außer ein wenig Schreiberfahrung muss ich mitbringen, damit der Workshop etwas bringt?

Ludwig: Reges Interesse und Motivation spielen eine große Rolle. Denn Sie dürfen ja eines nicht vergessen: Sie sitzen ganz auf sich alleine gestellt mit Ihrer Aufgabe vor dem Computer. Es ist niemand da, mit dem Sie über das Thema reden können - keine Klassenkameraden oder Kollegen, die in derselben Lage sind wie Sie. Eine ziemlich schwierige Situation. Umso schöner ist es, wenn Sie dann die Aufgaben gelöst haben und das fertige Produkt vor Ihnen liegt. Gutes Zeitmanagement ist sicherlich auch von Vorteil. Schließlich haben Sie sich mit dem Workshop ja eine zusätzliche Arbeit aufgebürdet. Am Ende werden Sie aber merken, dass sich die Mühe gelohnt hat. Da bin ich mir ganz sicher.

Anmeldung bis zum 9. Januar unter schueler-workshop@spiegel.de. Weitere Informationen zum Kurs gibt es hier.



insgesamt 25 Beiträge
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KleinerJü, 02.11.2005
1. Schwer
Es ist ziemlich schwer, Bilder einfach aus dem Internet zu nehmen. zum einen sind sie dann in schlechter Auflösung, zum anderen muss man die Rechte klären. Wir handhaben es immer so: Wir schreiben dem Rechteinhaber eine Email mit der Bitte, uns das Bild für eine Schülerzeitung zur verfügung zu stellen. Die meisten machen das dann auch kostenlos. Wichtiger Tip: Auf die Auflösung achten! Am besten natürlich 300dpi. Denn bei richtig niedriger Auflösung (haben Bilder im Internet oft) gibt es erschreckende Ergebnisse beim Druck...
werwolf, 02.11.2005
2. ok, aber...
Und woher weiß man wer der Rechteinhaber ist?
KleinerJü, 02.11.2005
3. Rechte
Bei vielen Bildern steht der Fotograf oder die Agentru drunter. Da kann man anrufen, die sind zu Schülerzeitungen meistens nett und zuvorkommend. Noch ein Tip: Weblogs verwenden oft selbst geschossene Bilder. Da sind die Autoren auch gerne bereit, sie Euch zu geben...
chentechtai, 02.11.2005
4. fotos satt...
hallo werwolf - auf offiziellen seiten (firma, verein, was auch immer) findet du meist auch einen presse-link. dort steht dann direkt der ansprechpartner mit telefonnummer. da kannst du dann direkt nachfragen, ob du bilder verwenden darfst - oder dir auch hochauflösendere bilder per mail zuschicken lassen. hat bei mir immer funktioniert. auch sehr schön, kostenlose und lizenzfreie fotos: http://www.fotodatenbank.com/ sind nur immer schwer zu finden, solche gratis-archive. wer kennt denn noch welche? peace, chentechtai
nicoragua, 02.11.2005
5. www.jugendfotos.de
Also ich kann da www.jugendfotos.de empfehlen. Das ist eine Fotodatenbank, in der alle Bilder unter der Commons-Lizenz online gestellt werden. Jeder darf die Bilder benutzen, wenn er den Urheber nennt. Gleich anmelden und mitmachen! Viele Grüße Nico
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