Pisa-Streit OECD keilt gegen Kultusminister zurück

Die OECD hat die Vorwürfe gegen den Pisa-Koordinator Schleicher scharf zurückgewiesen. Schleicher genieße das "uneingeschränkte Vertrauen" der Organisation, er sei "ein weltweit anerkannter Bildungsforscher". Die deutschen Kultusminister sehen das anders.


Berlin - In einer offiziellen Erklärung der Pariser OECD-Zentrale wird Direktorin Barbara Ischinger deutlich: Der internationale Pisa-Koordinator Andreas Schleicher habe sich mit der Entwicklung und Koordination des Programms "große Verdienste erworben". Schleicher sei ein weltweit anerkannter Bildungsforscher. "Er genießt unser uneingeschränktes Vertrauen." Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist der Ausrichter des weltweiten Pisa-Schultests.

Pisa-Koordinator Schleicher: "Große Verdienste erworben"
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Pisa-Koordinator Schleicher: "Große Verdienste erworben"

Zuvor hatten die Kultusminister der unionsgeführten Bundesländer die Entlassung Schleichers gefordert. Ihr Vorwurf: Schleicher verfolge mit Pisa nur ein Ziel: die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems in Deutschland.

Diese Attacken wies die OECD nun zurück. Schleicher sei "in verunglimpfender Art und Weise angegriffen worden". Die OECD weise die Anschuldigungen mit Entschiedenheit zurück und bedauere, "dass hierdurch die konstruktive Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik und der OECD im Bereich der Bildungsanalysen völlig unnötig belastet wird".

Die bisher bekannt gewordenen Pisa-Ergebnisse zeigen, dass deutsche Schüler in den Naturwissenschaften besser geworden sind. Unverändert schlecht sind dagegen die Mathe- und Leseleistungen.

wal/dpa



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