Pisa-Studie Beste Hauptschüler können genauso gut lesen wie schlechte Gymnasiasten

Deutschlands Schüler haben laut der Pisa-Studie im Lesen ein wenig aufgeholt. Die "Expertenleser" unter ihnen gehen fast alle aufs Gymnasium. Doch nach SPIEGEL-Information überlappen sich die Schulformen bei der Lesekompetenz - die besten Real- und Hauptschüler übertreffen sogar manche Gymnasiasten.
Kinder beim Lesen: Laut Pisa-Text hat sich die Lesekompetenz in Deutschland erhöht

Kinder beim Lesen: Laut Pisa-Text hat sich die Lesekompetenz in Deutschland erhöht

Foto: Patrick Pleul/ dpa

Hamburg - Einer von 167 Schülern in Deutschland kann laut der jüngsten Pisa-Studie erstklassig lesen: 0,6 Prozent der Teilnehmer erreichen den neu geschaffenen höchsten Kompetenzrang. Zu dieser Spitzengruppe zählen rund dreimal mehr Mädchen als Jungen. Nach SPIEGEL-Information stuft die deutsche Studie insgesamt 7,6 Prozent der hiesigen Teilnehmer als "Expertenleser" ein; dies entspricht dem OECD-Durchschnitt. Fast alle von ihnen gehen aufs Gymnasium.

Gleichzeitig macht die Studie aber auch deutlich, dass nicht alle Gymnasiasten gut oder auch nur besser als andere Schüler sind. Vielmehr gibt es eine "deutliche Überlappung der Verteilungen zwischen den Bildungsgängen", berichten die deutschen Pisa-Forscher. Das oberste Viertel derjenigen, die einen Realschulabschluss anstreben, könne besser lesen als das schlechteste Viertel der Gymnasiasten. Sogar zehn Prozent der Schüler, die einen Hauptschulabschluss anstreben, lägen mindestens auf dem Niveau der unteren zehn Prozent am Gymnasium.

In ihrer Bilanz der Entwicklung seit der ersten Pisa-Studie 2000 fällen die Forscher Eckhard Klieme, Manfred Prenzel und Jürgen Baumert gemeinsam mit ihrer Kollegin Nina Jude ein zwiespältiges Urteil über die Gymnasien: Diese "nehmen zwar mehr Schülerinnen und Schüler auf", doch "die Anteile der Schülerinnen und Schüler, die die höchsten Kompetenzstufen erreichen, stagnieren sowohl im Lesen als auch in der Mathematik".

Dass Deutschland in der jüngsten Pisa-Studie im Lesen deutlich besser als vor neun Jahren abschneidet, liegt an den sehr schwachen Schülern: Deren Anteil hat sich stark verringert.

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