Pisa-Studie Die Ergebnisse sind da

Eigentlich sollten die innerdeutschen Pisa-Ergebnisse erst am Donnerstag an die Öffentlichkeit gelangen. Jetzt sind sie doch irgendwie durchgesickert und bestätigen, was in den vergangenen Tagen spekuliert wurde: Nur Bayern ist international oben mit dabei, alle anderen Bundesländer bestenfalls Durchschnitt.

Berlin/München - Die Schulminister der 16 Bundesländer erhielten die Pisa-Ergebnisse nachts per E-Mail: 254 Seiten mit vielen Tabellen - immer noch streng geheim und daher verschlüsselt. Offenbar nicht gut genug, denn einige Nachrichtensendungen verbreiteten bereits in der Nacht zum Samstag erste Ergebnisse.

Daraufhin entschied sich die Spitze der Kultusministerkonferenz, das bislang nur einem kleinen Kreis von Auserwählten bekannte Material zumindest den eigenen Ministerkollegen zugänglich zu machen. Immer mehr Details verbreiteten sich nun wie ein Lauffeuer. Der Veröffentlichungs-Fahrplan brach zusammen. Jetzt soll das brisante Material offiziell am Dienstagabend der Öffentlichkeit präsentiert werden, zwei Tage früher als geplant.

Doch die wesentlichen Dinge sind nun bereits bekannt. Bayern liegt in der Gesamtwertung in allen drei Kategorien (Lesekompetenz, mathematische und naturwissenschaftliche Grundbildung) mit deutlichem Abstand vor den anderen Bundesländern. Schlusslichter sind Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Bremen.

Bei der Hauptwertung, der Lesekompetenz der 15-Jährigen, errang Bayern mit 510 Punkten den ersten Platz, gefolgt von Baden-Württemberg und Sachsen (500 und 491 Punkte). Auf dem letzten Platz landete Bremen mit 448 Punkten.

Auch in den Kategorien mathematische und naturwissenschaftliche Grundbildung liegen Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen vorn. Bei den Naturwissenschaften erreichte Bayern 508 Punkte vor Baden-Württemberg (505 Punkte) und Sachsen (499 Punkte). Den letzten Platz belegt wiederum Bremen mit 461 Punkten.

In der Wertung der naturwissenschaftlichen Leistung der Neuntklässler in Gymnasien ergibt sich ein anderes Bild: Hier liegt Schleswig-Holstein mit 595 Punkte auf Platz eins, Baden-Württemberg mit 588 Punkten Platz auf zwei und Bayern mit 587 Punkten auf Platz drei. Auf den letzten Platz kam Sachsen-Anhalt mit 551 Punkten.

Der internationale Mittelwert liegt allerdings bei 500 Punkten. Die Studie verdeutlicht damit noch einmal das miserable deutsche Abschneiden im internationalen Vergleich. Bayern erreichte mit einem zehnten Platz als einziges deutsches Bundesland das obere Leistungs-Drittel der 31 getesteten Industriestaaten. Der Freistaat liegt damit zwischen Schweden und Österreich. Baden-Württemberg folgt erst auf Platz 17 - zwischen den USA und Dänemark. Sachsen-Anhalt und Bremen liegen im unteren Drittel noch vor Luxemburg, Mexiko und Brasilien. Insgesamt erreichte die Bundesrepublik im internationalen Vergleich den 21. Platz.

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