Profi-Fußballer Ibisevic Zur Strafe in die Schule

Schießt ein Stürmer keine Tore, kriegt er schlechte Laune. Weil Fußballer Vedad Ibisevic beim Spiel gegen Mainz erneut nicht traf, trat der Profi wütend gegen eine Trinkflasche. Für die Rüpelei ließ sich sein Trainer eine besondere Strafe einfallen: Er schickt den Spieler in die Schule.

Profi-Fußballer Ibisevic: Verdonnert zum Schulbesuch für einen Tag
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Profi-Fußballer Ibisevic: Verdonnert zum Schulbesuch für einen Tag


Er war wütend, schließlich hat er seit mehreren Spielen kein Tor mehr erzielt. Also holte der Stürmer Vedad Ibisevic vom Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim beim Spiel gegen den FSV Mainz 05 aus, trat gegen eine Plastikflasche - und verfehlte nur knapp ein Ballmädchen am Spielfeldrand.

Sein Trainer, Marco Pezzaiuoli, tadelte den Spieler für seine "Frustaktion" und wählte eine ungewöhnliche Strafe: Der Bosnier muss zu einer Autogrammstunde in die Schule des Mädchen, das er beinahe mit der Trinkflasche getroffen hatte.

"Man geht da nicht zur Tagesordnung über", sagte Pezzaiuoli am Donnerstag. Ibisevic habe eine Strafe bekommen, und werde "dort eine Autogrammstunde machen, wo das Kind zur Schule geht". Der Stürmer habe die Strafe "bereitwillig akzeptiert".

Neue Strenge in Hoffenheim: Trainer Pezzaiuoli lässt sich jetzt siezen

Ibisevic war bei der 1:2-Niederlage am Samstag gegen Mainz in der 65. Minute ausgewechselt worden. Zum Flaschentritt sagte Hoffenheims Manager Ernst Tanner nach dem Spiel: "Mir wäre auch lieber gewesen, wenn er den Ball mal ins Tor kickt, anstatt die Wasserflasche ins Spielfeld." In den vergangenen elf Spielen hatte der Stürmer nur einmal getroffen.

Auch im Umgang mit der Mannschaft zieht Pezzaiuoli die Zügel an: Der Cheftrainer entzog seinem Team in dieser Woche das "Du". "Das hat sich von Tag zu Tag entwickelt", sagte Pezzaiuoli. "Man hat mit dem ein oder anderen jungen Spieler ein Einzelgespräch und sagt, dass es doch besser ist, wenn 'Herr Trainer' oder 'Herr Pezzaiuoli' fällt. Das ist eine ganz normale Respektsache."

Ibisevic erwähnte auf seiner Webseite den Tritt gegen die Flasche nicht, gelobt aber sportliche Besserung fürs nächste Spiel: Er werde "alles daran setzen, damit wir uns gegen Borussia Mönchengladbach das nötige Selbstvertrauen zurückerobern", schreibt er.

fln/sid/dpa



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