Rausschmiss wegen Joint Deutsche Austauschschüler kriegen Schulgeld zurück

Deutsche Schüler rauchten einen Joint, einer flog deshalb von seinem College in Neuseeland. Nicht nur die Eltern waren empört: Kein einheimischer Schüler wird so bestraft. Nun stellt sich ein Gericht auf ihre Seite.

Kiffender Jugendlicher (Symbolbild)
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Kiffender Jugendlicher (Symbolbild)


Er fuhr auf seinem Motorrad los, um Marihuana zu kaufen, sie rauchten es zusammen, fünf deutsche Schüler des Tauranga Boys' College in Neuseeland. Es war ein Nachmittag im März 2014, sie saßen in einem Park und hatten keine Schuluniform an.

Neuseeländische Jugendliche hätte die staatliche Schule deswegen nicht rauswerfen können. Schließlich kifften sie außerhalb des Schulgeländes, nach der Unterrichtszeit und sozusagen in Zivil. Doch den deutschen Austauschschüler, der das Marihuana gekauft hatte, schmiss die Schule raus. Ein zweiter Schüler verließ freiwillig das Land. Ein dritter war noch zu jung, um verwiesen zu werden. Ihn schloss die Schule deshalb offiziell nur vom Unterricht aus.

Es folgte ein Rechtsstreit, über den ein hohes Gericht in Neuseeland jetzt entschieden hat. Der deutsche Austauschschüler hätte nicht der Schule verwiesen werden dürfen, teilte der High Court in seinem Urteil mit. Ein dazu nötiges "grobes Fehlverhalten" konnte das Gericht nicht erkennen.

Die Aufsichtsbehörde IEAA, die über die Belange internationaler Schüler in Neuseeland wacht, hatte der Schule angeordnet, den Eltern das Schulgeld zurückzuzahlen. Dagegen zog das College vor Gericht - und verlor.

Der High Court gab der Behörde in allen Punkten recht. Die Schule muss nun den Vermerk aus ihren Akten streichen, dass sie einen Schüler verwiesen und einen zweiten Austauschschüler vom Unterricht ausgeschlossen hatte - und dies der Einwanderungsbehörde mitteilen.

Außerdem muss sie den Eltern zweier Schüler Schulgebühren für mehrere Monate zurückerstatten. Ein Jahr Unterricht kostet am Tauranga Boys' College umgerechnet rund 9000 Euro.

Korrektur: In einer ersten Version dieses Textes hieß es, der High Court sei das höchste Gericht in Neuseeland. Tatsächlich wäre das der Supreme Court. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

lov



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