Reichsbürger-Bewegung Waldorfschulen fürchten Unterwanderung durch Rechte

Der Bund der Freien Waldorfschulen warnt seine Schulen vor den Reichsbürgern: Esoterik und Rechtsradikalismus gingen bei der Gruppe "Hand in Hand", heißt es nach SPIEGEL-Informationen in einer Broschüre, die im Unterricht verwendet werden soll.
Die Waldorfschule in Stuttgart wurde 1919 gegründet und ist die erste Waldorfschule der Welt (Archivbild)

Die Waldorfschule in Stuttgart wurde 1919 gegründet und ist die erste Waldorfschule der Welt (Archivbild)

Foto: Norbert Försterling/ picture alliance / dpa

Der Bund der Freien Waldorfschulen warnt seine Mitglieder vor einer Vereinnahmung durch die rechtsradikale Reichsbürger-Bewegung. Das geht aus einer neuen Broschüre hervor, die der Waldorf-Vorstand laut Informationen des SPIEGEL bei der Delegiertentagung in Düsseldorf an diesem Wochenende verteilen lässt. (Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Die Broschüre hat eine Startauflage von 3000 Stück und soll im Unterricht verwendet werden. Bei den Reichsbürgern gingen "Esoterische Vorstellungen und Rechtsradikalismus Hand in Hand", heißt es in dem Informationsheft. Sie zielten verstärkt auf "anthroposophisch inspirierte Initiativen in der Landwirtschaft, Medizin und Pädagogik". Dem Bund der Freien Waldorfschulen zufolge gibt es in Deutschland momentan 234 Waldorf- beziehungsweise Rudolf-Steiner-Schulen.

Im Sommer war der Geschäftsführer einer Waldorfschule in Rendsburg entlassen worden, weil er Kontakte zu den Reichsbürgern hatte. Reichsbürger behaupten häufig, dass das Deutsche Reich fortbestehe und zweifeln an der Rechtmäßigkeit der Bundesrepublik und deren Verfassungsorganen. Einige weigern sich, Steuern zu zahlen, und geben eigene Währungen oder Ausweise aus.

Jüngst sorgte die Strömung für Aufsehen, als der Sänger Xavier Naidoo bei einer ihrer Veranstaltungen auftrat.

Die komplette Geschichte finden Sie im neuen SPIEGEL.