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Schüler auf Recherche: Früher Synagoge, heute Ladenzeile

Foto: Alexander Jäckel | Stadtbild Deutschland Halle-Dessau/Future History

Schülerprojekt Hier stand einmal eine Synagoge

Im Herbst jährt sich die Reichspogromnacht zum 80. Mal. Bis dahin fotografieren Schüler in ganz Deutschland die alten Synagogenstandorte - und erstellen Vorher-nachher-Bilder. Die ersten gibt es bereits.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten in ganz Deutschland Synagogen. Es geschah Ungeheuerliches: Eine staatlich gelenkte Gewaltaktion gegen eine Bevölkerungsgruppe, die Juden. Die Nationalsozialisten begannen, sie systematisch massenweise zu ermorden.

Bald jährt sich dieser Tag zum 80. Mal. Die Verheerungen von damals wirken bis heute nach: in den Familien der Opfer, in den gesellschaftlichen Debatten dieser Tage, zum Beispiel. Und im Erscheinungsbild unserer Städte. Wo Synagogen brannten, wurde später oft neu gebaut; an anderen Stellen finden sich heute Orte, die an den millionenfachen Mord an Juden erinnern sollen.

Was aus den Orten der Synagogen wurde, soll in den kommenden Monaten der Schülerwettbewerb "Erinnerung sichtbar machen"  dokumentieren. Klassen, Schülergruppen oder einzelne Schüler sollen dafür Fotos der alten Synagoge in ihrer Stadt aus der Zeit vor 1938 ausfindig machen - und vom selben Standort aus fotografieren wie der historische Fotograf. Aus beiden Bildern entsteht dann ein plastischer Vorher-nachher-Vergleich.

Die alte Mainzer Hauptsynagoge 1927 und der Neubau von 2010. (Fotos: Markus Weber/Unbekannt)
Die alte Mainzer Hauptsynagoge 1927 und der Neubau von 2010. (Fotos: Markus Weber/Unbekannt)

Die alte Mainzer Hauptsynagoge 1927 und der Neubau von 2010. (Fotos: Markus Weber/Unbekannt)

"Erinnerung sichtbar machen" will verdeutlichen, wie sich die Städte verändert haben. Die Idee: Wenn man die Einschnitte klar sieht, kann man leichter vermitteln, was die Pogrome vom 9. November bedeuten. Die Schüler laden ihre Bilder in eine Datenbank hoch, wo sie künftig jeder Interessierte finden kann.

Der ort der Synagoge in Breisach, 1927 und 2018. (Fotos: Förderverein ehem. Jüdisches Gemeindehaus Breisach/David Hans Blum)
Der ort der Synagoge in Breisach, 1927 und 2018. (Fotos: Förderverein ehem. Jüdisches Gemeindehaus Breisach/David Hans Blum)

Der ort der Synagoge in Breisach, 1927 und 2018. (Fotos: Förderverein ehem. Jüdisches Gemeindehaus Breisach/David Hans Blum)

Startschuss für den Wettbewerb ist eine Auftaktveranstaltung am Donnerstag in der Neuen Mainzer Synagoge. 16 Schulen haben sich schon jetzt für das Projekt gemeldet, zwei davon haben es bereits durchgeführt, die Hugo-Höfler-Realschule in Breisach und die Lessing-Realschule in Freiburg. Eine Reihe von Beispielen kann man sich in der Datenbank Future History  ansehen - oder in diesem Artikel.

Der Ort der Synagoge Dessau, 1915 und 2016. (Fotos: Alexander Jäckel/Unbekannt)
Der Ort der Synagoge Dessau, 1915 und 2016. (Fotos: Alexander Jäckel/Unbekannt)

Der Ort der Synagoge Dessau, 1915 und 2016. (Fotos: Alexander Jäckel/Unbekannt)

Mit den Bildern allein ist es nicht getan: Die Schüler können auch Texte, Video- und Audiobeiträge hochladen, wenn sie noch mehr über die Synagogen in ihrer Nachbarschaft herausgefunden haben. Etwa Gespräche mit Zeitzeugen oder Informationen aus zeitgeschichtlichen Dokumenten. Die drei besten Recherchen werden belohnt, mit insgesamt 8000 Euro Preisgeld. Veranstalter ist die Zentrale für Unterrichtsmedien (ZUM), die Hilfsmittel zum Lernen kostenlos im Internet bereitstellt.

Die alte Synagoge in Freiburg 1930 und der heutige Platz 2017. (Fotos: Rolf Mathis/Israelitische Gemeinde Freiburg)
Die alte Synagoge in Freiburg 1930 und der heutige Platz 2017. (Fotos: Rolf Mathis/Israelitische Gemeinde Freiburg)

Die alte Synagoge in Freiburg 1930 und der heutige Platz 2017. (Fotos: Rolf Mathis/Israelitische Gemeinde Freiburg)

Wo in Magdeburg früher die Synagoge war (1925), ist heute eine Ladenzeile. (Fotos: Christian Noah/Unbekannt)
Wo in Magdeburg früher die Synagoge war (1925), ist heute eine Ladenzeile. (Fotos: Christian Noah/Unbekannt)

Wo in Magdeburg früher die Synagoge war (1925), ist heute eine Ladenzeile. (Fotos: Christian Noah/Unbekannt)

So hat sich der Straßenzug in Halle verändert, wo früher die Synagoge (1890) stand. (Fotos: Alexander Jäckel/Unbekannt)
So hat sich der Straßenzug in Halle verändert, wo früher die Synagoge (1890) stand. (Fotos: Alexander Jäckel/Unbekannt)

So hat sich der Straßenzug in Halle verändert, wo früher die Synagoge (1890) stand. (Fotos: Alexander Jäckel/Unbekannt)

Die Stuttgarter Synagoge, hier in einer Darstellung von 1890, wurde in der Pogromnacht 1938 zerstört. Der Neubau stammt von 1951. (Fotos: Günter Häufele/Carl Offterdinger)
Die Stuttgarter Synagoge, hier in einer Darstellung von 1890, wurde in der Pogromnacht 1938 zerstört. Der Neubau stammt von 1951. (Fotos: Günter Häufele/Carl Offterdinger)

Die Stuttgarter Synagoge, hier in einer Darstellung von 1890, wurde in der Pogromnacht 1938 zerstört. Der Neubau stammt von 1951. (Fotos: Günter Häufele/Carl Offterdinger)

mamk
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