Neues Schulfach in Sachsen Jüdischer Religionsunterricht soll Vorurteile abbauen

Ab Herbst können sächsische Schüler das Fach jüdische Religion belegen. Die ersten Grundschulen führen den Unterricht nach den Sommerferien ein.

Jüdische Schüler im Talmudunterricht (2014)
Daniel Bockwoldt/DPA

Jüdische Schüler im Talmudunterricht (2014)


An drei Grundschulen in Chemnitz, Dresden und Leipzig wird im kommenden Schuljahr erstmals jüdischer Religionsunterricht auf dem Lehrplan stehen. Dies teilte das sächsische Kultusministerium am Mittwoch mit.

In den darauffolgenden Schuljahren soll das Fach in Sachsen dann auch an weiterführenden Schulen und bis zum Abitur angeboten werden. "Der jüdische Religionsunterricht ist grundsätzlich für Anmeldungen aller Schüler offen", heißt es in der Mitteilung des Ministeriums.

Das neue Fach soll den Angaben zufolge gleichwertig neben Ethik sowie evangelischer und katholischer Religion stehen. "An den Schulen wird jüdische Religion als gleichberechtigtes Lehrfach wieder ein fester Teil der allgemeinen Bildung", sagte Kultusminister Christian Piwarz. "In der Begegnung mit jüdischen Schülern, Lehrern und Lehrinhalten können auch Wissensdefizite und diffuse Vorurteile abgebaut werden."

Bisher gibt es das Fach nach Angaben der Kultusministerkonferenz bereits an öffentlichen Schulen in Bayern, Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Im Schuljahr 2015/16 nahmen deutschlandweit und über alle Schulformen hinweg 341 Schüler daran teil.

him/dpa



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