Sasa Stanisic Schriftsteller, 41, schreibt heimlich Deutsch-Abi - über eigenen Roman

Der Schriftsteller Sasa Stanisic hat das Deutsch-Abitur erneut mitgeschrieben. Dort wurde sein eigener Roman behandelt. Nun hat sich die Hamburger Bildungsbehörde geäußert - und dem Autor gratuliert.

Sasa Stanisic
Christoph Hardt/ Geisler-Fotopress/ picture alliance

Sasa Stanisic


Der Schriftsteller Sasa Stanisic hat offenbar heimlich am diesjährigen Deutsch-Abitur in Hamburg teilgenommen - mit sehr gutem Ergebnis. Wie Stanisic auf Twitter mitteilte, sei die Klausur, die der 41-jährige Autor unter dem Pseudonym "Elisabeth von Bruck" mitschrieb, mit 13 Punkten bewertet worden.

Der Clou: Im Hamburger Abitur wurde neben Fontane und Lessing auch ein Werk Stanisic's behandelt; der Roman "Vor dem Fest". Bei seiner eigenen Prüfung im Jahr 1997 hatte Stanisic zu Goethes "Novelle" nach eigenen Angaben nur 12 Punkte geholt.

"Fand Goethe übrigens leichter als Stanisic, da es bei Goethe ja immer nur darum geht, die Sekundärliteratur so umzuschreiben, dass es den Lehrern nicht arg auffällt. Bei Stanisic gibt es die so gut wie gar nicht, also muss man richtig selber nachdenken", schrieb Stanisic, nachdem er das Ergebnis seiner zweiten, heimlichen Prüfung erhalten hatte.

Teil der Aufgabe war demnach, dass die Schüler in einer Teilaufgabe ein neues Kapitel für seinen Roman schrieben. Nach fünf Stunden und 22 Seiten habe sein Arm höllisch wehgetan, so Stanisic. Doch das Ergebnis lohnte sich offenbar, die Lehrerin lobte die angebliche Abiturientin: "Die Schülerin nutzt den Konjunktiv."

Die Hamburger Schulbehörde äußerte sich gegenüber dem SPIEGEL zu der heimlichen Teilnahme. Eine Abiturprüfung unter dem genutzten Pseudonym sei bei der Behörde nicht registriert und im normalen Prüfungsbetrieb auch nicht möglich, teilte ein Sprecher mit.

"Ohne tatkräftige Mithilfe einer Lehrkraft ist so ein 'Manöver' nicht möglich", sagte ein Sprecher der Behörde. Dennoch beglückwünsche man den Schriftsteller zum guten Abschneiden bei der Deutscharbeit.

Stanisic hatte die Lehrerin zuvor bereits gelobt: "Ein großes Kompliment für sie", schrieb Stanisic. Den Schulbehörden riet er: "Traut euch, mehr Gegenwart zuzulassen."

fek



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