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27. Mai 2011, 15:53 Uhr

Schlechtes Abi im Norden

Ministerium lässt Mathe-Noten aufbessern

Mehr als die Hälfte der Schüler hat an den Beruflichen Gymnasien Schleswig- Holsteins das zentrale Mathe-Abi vergeigt. Neue Lehrpläne hätten Schüler und Lehrer verunsichert, sagt das Bildungsministerium und korrigiert die Noten nach oben. Die Pädagogen müssen sich jetzt fortbilden lassen.

Es war eine Premiere: Die rund 2400 Schüler des aktuellen Abiturjahrgangs an den Beruflichen Gymnasien in Schleswig-Holstein schrieben erstmals alle dieselbe Prüfung im Fach Mathematik - Zentralabitur. Allerdings ging das ziemlich schief. Mehr als die Hälfte der Schüler bekam weniger als fünf Punkte, Note "mangelhaft", wie das Ministerium für Bildung und Kultur mitteilte. Das seien deutlich mehr als in den Vorjahren.

Woran lag das? Dass die Schüler nicht durch die Bank dümmer geworden sein können, als es die vorherigen Jahrgänge waren, sei ja klar, sagte ein Ministeriumssprecher. Es handele sich um Einführungsprobleme, die mit zweierlei zu tun haben könnten: Zum einen seien die Schüler verunsichert gewesen, weil zum ersten Mal die Prüfung zentral durchgeführt wurde. Zum anderen seien die Lehrpläne umgestellt worden, sie seien jetzt "kompetenzorientiert".

Das Ministerium habe deswegen entschieden, die erreichte Punktzahl bei allen Schülern um 20 Prozent anzuheben und die Mathematik-Lehrer zur Fortbildung zu schicken. Eine Expertengruppe, die die Einführung neuer Lehrpläne begleite, habe die Aufstockung der Ergebnisse empfohlen.

otr

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