Forsa-Umfrage Schüler fühlen sich vor allem durch Leistungsdruck gestresst

Auch Kinder und Jugendliche fühlen sich oft schon überfordert. Eine Forsa-Umfrage hat die Ursachen ermittelt - und welche Auswirkungen Stress hat.

Sie müssen in der Schule gute Noten schreiben, geraten in Streitereien mit Freunden, fühlen sich durch YouTube-Stars und Influencer unter Druck gesetzt oder leiden darunter, dass sich die Eltern nicht mehr verstehen. Kinder müssen oft schon einiges aushalten, auch sie können sich schon ziemlich überfordert fühlen in ihrem Leben.

Die meisten Schüler im Alter von sechs bis 18 Jahren scheinen dabei durch Konkurrenz und Leistungsdruck in der Schule belastet zu sein, das hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse Hannover (KKH) ermittelt. Das Institut fragte Eltern, wie häufig sie Stress bei ihrem Kind wahrnehmen und wie dieser sich bemerkbar macht.

Rund ein Viertel aller Eltern (27 Prozent) sagte demnach, dass ihr Kind wegen des Leistungsdrucks oder der Konkurrenz häufig besorgt ist. Streit mit Freunden oder Mobbing durch Mitschüler nannten 15 Prozent der Eltern als Ursache für eine Überforderung. Doch Kinder leiden auch unter gesellschaftlichem Druck, zum Beispiel durch Stars in den Medien, wie 13 Prozent der Eltern aussagten.

Sechs- bis Neunjährige fühlen sich hingegen am meisten gestresst, wenn sie sich mit ihren Freunden streiten oder gemobbt werden. Rund zehn Prozent der Eltern nahmen wahr, dass ihr Kind wegen familiärer Probleme, etwa der Scheidung der Eltern oder Geldnöten, besorgt ist. Lebten die Eltern voneinander getrennt, sagte jeder Vierte aus, das Kind sei deswegen angespannt.

Stress zeigt sich an Müdigkeit, Schmerzen und Schlafstörungen

Überforderung kann sich verschieden bemerkbar machen: 18 Prozent der Eltern sagten aus, dass ihr Kind häufig müde und erschöpft ist. Eltern bemerkten aber auch, dass es häufig über Kopfschmerzen (14 Prozent) oder Bauch- oder Magenschmerzen (13 Prozent) klagt.

Laut Auskunft der Eltern leidet rund jedes zehnte schulpflichtige Kind (9 Prozent) häufig unter Schlafstörungen. Jeweils sechs Prozent der Eltern sagten, dass ihr Kind häufig über Rückenschmerzen und Appetitlosigkeit klagt. Je älter die Kinder sind, desto mehr litten sie laut den Eltern unter Müdigkeit oder Erschöpfung. Kinder von getrennt lebenden Eltern zeigen häufiger Beschwerden.

Sind die Kinder angespannt, dann lässt vor allem ihre Konzentration nach. So sagten 28 Prozent der Eltern aus, dass ihr Kind häufig unkonzentriert ist. Aggressives Verhalten (21 Prozent), Rückzug (zwölf Prozent), Traurigkeit (neun Prozent) und Angst (acht Prozent) waren nach Aussagen der Eltern ebenfalls Auswirkungen von Stress. Jugendliche (13 bis 18 Jahre) ziehen sich tendenziell häufiger zurück als Sechs- bis Zwölfjährige.

Die KKH hat zudem Patientendaten aus den Jahren 2007 und 2017 miteinander verglichen und ausgewertet. Die Daten stammen von 230.000 Mitgliedern im Alter von sechs bis 18 Jahren.

Demnach haben die Diagnosen zu psychischen Beschwerden von Kindern und Jugendlichen, die nicht auf Erkrankungen der Organe zurückzuführen sind, zugenommen.

Im Video: Freilerner - Leben ohne Schule

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