Schul-Sponsoring Diese Unterrichtsstunde wurde präsentiert von...

Sponsoring gilt in Sport, Musik oder Kunst als alltäglich. Allmählich nutzen auch Deutschlands Schulen diese Finanzierungsmethode für sich. Bereits jede zweite Schule wird von einem oder mehreren Sponsoren unterstützt.

Angesichts der leeren öffentlichen Kassen haben die Schulen Fördervereine, Spendenaktionen und Unternehmen entdeckt, um Projekte und Arbeitsgemeinschaften zu finanzieren. Ob der Schulgarten, neue Rechner für die Computer AG oder Sportgeräte - meist sind es Sachleistungen, mit denen Unternehmen die Schulen unterstützen.

Das ist das Ergebnis einer neuen Untersuchung der Bundesarbeitsgemeinschaft Schule Wirtschaft, des Studienkreises NRW sowie das Ruhrforschungszentrums. Befragt wurden rund 830 Schulen und 60 Unternehmen. Jede zweite Schule wird laut dieser Umfrage bereits von einem oder mehreren Sponsoren gefördert. Es handle sich allerdings nicht nur um Sachleistungen, auch Geldbeiträge zwischen 500 und 2.500 Euro kämen auf dem Wege des Sponsorings in die Kassen der Schulen, heißt es in der Studie.

Mit Hilfe dieser Mittel wollen neun von zehn Schulen neue Ideen umsetzten. Über zwei Drittel der befragten Schulen haben sich an die Unternehmen gewandt, weil ihr Grundetat nicht ausreichte. In der Regel geht es beim Schulsponsoring um die Finanzierung zusätzlicher Projekte und um die Verbesserung des außerschulischen Angebotes (siehe Infografik).

Die meisten Schulen planen laut Umfrage keine längerfristigen Sponsoringkonzepte. Die Unterstützung solle lediglich anlässlich konkreter Projekte stattfinden. Allerdings erwägt die Hälfte der Schulen ein professionelles Sponsoring.

Zwei Drittel der Unternehmen wollen, so die Untersuchung, mit ihren Sach- oder Finanzleistungen vor allem gesellschaftspolitisches Engagement beweisen. Als weitere Gründe werden die Verbesserung des Images und das Kennenlernen zukünftiger Auszubildender genannt (siehe Infografik). Für das jeweilige Produkt wollen nur drei Prozent der Unternehmer werben.

Sponsoring beruht auf Leistung und Gegenleistung. Im Falle des Schulsponsorings steht dieser Grundsatz allerdings nicht im Vordergrund. Der Umfrage zufolge geben 70 Prozent der Schulen, die gesponsert werden, an, dass von ihnen keine explizit genannte Gegenleistung erwartet wird. Als Dankeschön nennen sie mal den Sponsor bei öffentlichen Anlässen; mal werden seine Anzeigen in der Schülerzeitung veröffentlicht oder in Pressemitteilungen erwähnt.

Jede zweite Schule kann sich immerhin vorstellen, ein Plakat mit Nennung des Spenders in der Schule aufzuhängen. Allerdings, so die Studie weiter, sei eine Änderung des Schulnamens oder eine Verwendung des Sponsor-Logos, beispielsweise auf Briefköpfen, aus Sicht der Schulen nicht annehmbar.

Somit handelt es sich bei dieser Unterstützung weniger um Sponsoring als vielmehr um Spenden oder um die projektgebundene Finanzierung der Public Private Partnership. Die Untersuchung liefert keine Indizien für die Befürchtung, dass der Einfluss der Wirtschaft auf die Schulen zu groß werden könnte. Sponsoring, Spenden und Public Private Partnership bringen ein Extra-Geld und ermöglichen es dem Staat kaum, sich aus seiner finanziellen Verantwortung zurückzuziehen.

Eva-Maria Stange, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), sieht in der Entwicklung eine Gratwanderung. Je weniger Geld die öffentliche Hand bereitstellen könne, desto stärker sei der Wunsch nach zusätzlichen Mitteln durch Sponsoring, Spenden und Fördervereine.

Diese Arten der Finanzierung könnten nur als zusätzliche Mittel zur Ausstattung von bestimmten Projekten gelten, sagte Stange.

Grundsätzlich sei die Schule eine durch den Staat bereitgestellte Leistung, die durch einen Beitrag der Wirtschaft ergänzt werden könne. "Eine Schieflage gilt es zu vermeiden", meint Eva-Maria Stange, denn bis jetzt könnten vor allem Gymnasien und wirtschaftliche starke Regionen auf solche Mittel zurückgreifen.

Die Vorsitzende der GEW könnte sich als Lösung beispielsweise eine kommunale Bildungsstiftung vorstellen. Diese Stiftung könnte dafür sorgen, dass die Mittel aus der Wirtschaft gerecht auf die verschiedenen Schultypen und die Regionen verteilt würden. Denn, so Stange weiter, die Bildungsinhalte dürften von wirtschaftlichen Interessen nicht beeinflusst werden.

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