Schulabbrecher Die besten Chancen bieten Köln und Halle

Die Schule abgebrochen. Keinen Job bekommen. Sozial ausgegrenzt. Um Schulabbrecher in Not kümmern sich "Schulen der zweiten Chance" in Köln und Halle. Und das machen sie vorbildlich, urteilte jetzt die Europäische Kommission.

"Schulversager" werden sie auch genannt, und oft ist ihre Lage genau so hart wie ihre Bezeichnung: Wer die Schule ohne Abschluss verlässt, der steht vor einem Berg von Problemen. Zwei Schulen in Köln und eine Schule in Halle an der Saale versuchen gemeinsam mit den Schulabbrechern den Problemberg abzubauen. Für ihre Arbeit wurden die "Schulen der zweiten Chance" in Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt jetzt ausdrücklich von der Europäischen Kommission gelobt.

Beide Städte sind in der Ausbildung von Schulabbrechern "führend in Europa", wie die Kommission am Freitag mitteilte. Nur ein Prozent der Schüler nutzt in Halle auch die zweite Chance zum Abschluss nicht. Damit liegt die Schule in Europa an der Spitze. Zwar sind es in Köln immerhin sieben Prozent, die auch im zweiten Anlauf die Schule ohne Abschluss verlassen. Dafür darf sich die Rheinmetropole rühmen, 1460 Schüler der insgesamt 3800 Schüler betreut zu haben, die seit 1997 in Pilotprojekten der Europäischen Union die zweite Chance nutzten.

In Köln drücken augenblicklich 840 Jugendliche die Schulbank des Tageskollegs der Volkshochschule und der Tages- und Abendschule. In Halle waren es im März 2001 nur 24 Schüler. Die Schulen wenden sich an Jugendliche zwischen 17 und 25 Jahren, die ohne Abschluss von den Regelschulen abgegangen sind. In kleinen Kursen von maximal zehn Schülern werden Grundkenntnisse wie Rechnen, Lesen und Schreiben mit einer praktischen Ausbildung in Unternehmen verknüpft.

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