Studie in England Einwanderer sorgen für erfolgreiche Klassen

Zu viele Ausländer in der Klasse? Für manche Eltern ein Grund, ihr Kind woanders anzumelden. Doch sie machen einen Fehler, warnen englische Forscher - und riskieren den Schulerfolg ihres Kindes.
Schüler in Großbritannien (Archiv): Einwanderer in der Klasse heben das Leistungsniveau

Schüler in Großbritannien (Archiv): Einwanderer in der Klasse heben das Leistungsniveau

Foto: Jochen Lübke/ picture alliance / dpa

Wenn viele Kinder mit Migrationshintergrund in einer Schule sind, melden Eltern ihre Kinder bevorzugt da an, wo sie ethnisch zur Mehrheit gehören. Damit verstärken sie die Spaltung in den Schulen. Doch wenn Klassen ethnisch homogen sind, gibt es einen klaren Bildungsverlierer: Die Leistungen der weißen Kinder sinken spürbar.

Das britische Forschungsinstitut Demos  hat englische Schulen unter die Lupe genommen und dabei häufig eine stärkere ethnische Trennung festgestellt, als sie tatsächlich in der jeweiligen Stadt vorzufinden war, berichtet der "Guardian ". Dafür seien britische Eltern verantwortlich, die Klassen mit vielen ausländischen Schülern meiden - aus Sorge um den Schulerfolg ihrer Kinder und weil sie möchten, dass sich der eigene Nachwuchs wohlfühlt.

Schulerfolg dank der Minderheiten

Das sei zwar auf den ersten Blick verständlich, aber eine komplett falsche Strategie, sagte Demos-Forscher Trevor Phillips dem Bericht zufolge. Es seien gerade die "hochgradig erfolgreichen ethnischen Minderheiten", die für die guten Leistungen vieler englischer Schulen in den vergangenen Jahren verantwortlich seien.

"Kluge Mittelklasse-Eltern", so der Bildungsforscher, sollten gezielt nach Schulen suchen, in denen es engagierte Kinder aus Zuwandererfamilien gebe, "denn statistisch gesehen wird ihr Kind davon profitieren, wenn es in einer Klasse mit diesen sehr motivierten und aufstiegsorientierten Schülern sitzt." Mit anderen Worten: Kinder ohne Migrationshintergrund sollten sich vom Ehrgeiz der Kinder aus Zuwandererfamilien mitziehen lassen.

him
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