Schulen querweltein "Bei uns wurden 36 Lehrer ermordet"

Zu viele Schüler, ständig wird man als fauler Sack beschimpft - darüber jammern deutsche Lehrer. Andere wären schon froh über ein bisschen Papier oder Klassen mit nur 40 Kindern. SPIEGEL ONLINE reist beim Weltlehrerkongress durch Klassenzimmer querweltein.

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Andere Länder, andere Sorgen - was Lehrer aus aller Welt im Alltag umtreibt, zeigt diese Woche ein großer Kongress in Berlin. "Wir stellen immer wieder fest, dass die Probleme sich stark unterscheiden", sagt Nancy Knickerbocker aus Kanada, Sprecherin des fünften globalen Kongresses der Bildungsinternationalen. "Die Lehrergewerkschaften in westlichen Ländern klagen über Probleme, die es in Entwicklungsländern in der Form nicht gibt."

Der Weltlehrerkongress gibt Einblick in völlig unterschiedliche Nöte. Lehrer in Deutschland zum Beispiel bemängeln häufig zu große Klassen, schlechte Ausstattung, überbordende Bürokratie oder das aus eigener Sicht zu geringe Ansehen ihres Berufes. Das ist zweifellos legitim - und doch könnten Pädagogen aus vielen anderen Ländern ihnen entgegenschleudern: "Eure Sorgen möchte ich haben!"

In vielen afrikanischen Ländern wissen Lehrer nicht einmal, wie sie die Bücher für ihre Schüler beschaffen sollen. Mitunter fehlen Tische, Bänke oder gar das Dach über der Schule. In Simbabwe etwa arbeiten Lehrer in Schichten, um alle Kinder überhaupt unterrichten zu können; an Südafrikas oder an Kolumbiens Schulen grassiert Angst vor Gewalt.

Ein Blick über den schulischen Tellerrand: Zwischen Bürde und Berufung - SPIEGEL ONLINE fragt Lehrer aus allen Teilen der Welt nach den Höhen und Tiefen ihres Schulalltags - Klicken Sie für die Antworten:

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Nomfundo Mkhulisi, Südafrika: "Die Lehrer nehmen die Kinder mit nach Hause"


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Witney Chavez Sanchez und Elías Fonseca, Kolumbien: "Gewalt? Im vergangenen Jahr sind 36 Lehrer ermordet worden"

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Jenny Assáel Budnik, Chile: "Zwischen Arm und Reich klafft eine große Schere"

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Ronald B. Masuka und Richard Gundane, Simbabwe: "Es mangelt an allem"

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Ritva Semi, Finnland: "Lehrer können sehr frei und unabhängig arbeiten"

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Muhammad Rusli Yunus, Indonesien: "Wir sind Engel - keiner sonst würde für so wenig Geld so viel arbeiten"

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Kendall und Pamela Harvey, Bermuda: "Wir leben in einem Vakuum"









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Merenne Mendis, Sri Lanka: "Lehrer sind die am besten angesehenen Menschen"



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