Bundesweite Umfrage Schulleiter klagen über mangelhafte digitale Ausstattung

Spitzennoten sehen anders aus: Für die Computerausstattung geben die deutschen Schulleiter ihren Einrichtungen die Durchschnittsnote 2,9 - bei der Ausstattung mit Tablets und Smartboards allerdings wird es versetzungsgefährdend.

In Sachen digitale Ausstattung gibt es an deutschen Schulen noch Nachholbedarf, finden die Rektoren
Zeljko Dangubic/ Westend61/ imago images

In Sachen digitale Ausstattung gibt es an deutschen Schulen noch Nachholbedarf, finden die Rektoren


Die deutschen Schulleiter geben der digitalen Ausstattung ihrer Schulen die eher mäßige Note 3,8. In einer am Montag vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) veröffentlichten Umfrage unter bundesweit 5259 Schulleitern klagten diese über eine schlechte Ausstattung mit Hard- und Software, eine fehlende Wartung vorhandener Technik und zu wenig Fortbildungsmöglichkeiten für die Lehrkräfte.

Während die Ausstattung mit Computern im Durchschnitt mit einer Note von 2,9 noch mit befriedigend bewertet wird, schätzen die Schulleiter die Ausstattung mit Tablets mit der Note 4,5 als fast schon mangelhaft ein. Auch bei den Smartboards, also interaktiven Tafeln, sieht es mit der Note 4 nicht viel besser aus.

Besonders unzufrieden sind demnach die Leiter von Grundschulen. 60 Prozent geben der Ausstattung mit Tablets eine glatte Sechs, bei der mit Smartboards sind es fast die Hälfte. Der WDR befragte auch Schüler im Alter von 14 bis 20 Jahren nach der Bewertung der digitalen Ausstattung - diese sehen der Umfrage zufolge an den gleichen Stellen Handlungsbedarf, ihre Bewertung fällt dabei sogar noch etwas negativer aus als die der Lehrkräfte.

Um die vorhandene Technik kümmern sich den Angaben zufolge in etwa der Hälfte der Fälle Lehrer. Um diese zu entlasten, fordern deshalb viele Schulleiter einen "digitalen Hausmeister". An der Umfrage nahm etwa jede fünfte der angefragten gut 27.000 Schulen teil. Da die Beteiligung nach Bundesländern schwanke, lässt sich den WDR-Angaben zufolge kein eigenes Ranking nach Ländern erstellen.

kfr/afp

insgesamt 33 Beiträge
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grumpy53 11.11.2019
1. hat alles sogar mehr als zwei Seiten
Das eine ist, ein so reiches Land wie die BRD hinkt bei der Digitalisierung in vielen Bereichen hinterher. Um Jugendliche fit zu bekommen, die Bildung zu optimieren, fehlt es an vielem. Auf der anderen Seite steht Lehrpersonal, das im Studium und später nur rudimentäre Kenntnisse in Medienbenutzung und Medienkompetenz hat. Nein, ich will gar nicht davon reden, vertiefte Programmierung zu beherrschen. Aber mehr als wischen, whatsapp zu benutzen und vor den "fake news" im Internet aufzuklären sollte es schon schein. Differenzierte Nutzung bei der Recherche im web, Überzeugungsarbeit in Sachen facebook, twitter und Instagram und wie gehen wir auch in der Anonymität des Netzes gehen wir miteinander um. Die schicksten leistungsfähigsten tablets muss man halt auch benutzen können. Und die dritte Seite, die Eltern, die den nervigen Vierjährigen gerne mal mit dem eigenen smartphone "spielen" lassen, um Ruhe zu haben und die sich dann wundern, welche Filmchen der 9 jährige von netten Mitschülern so geschickt bekommt und kritiklos weiterleitet, um dazu zu gehören. Die haben meistens nicht so viel Ahnung, wie sie selbst meinen, bloß weil sie selbst online Reifen bestellen oder sich mit Nachbarschaften ein wlan teilen... Von Datenschutz und anderen Dingen ganz zu schweigen. Ausstattung ist nicht alles. Aber zur zeitgemäßen Bildung gehört unbedingt Einsatz moderner Kommunikationsmittel.
kanauten 11.11.2019
2. Überraschung.... Eher nicht!
Für die Ausstattung der Schulen sind die Schulträger verantwortlich, also in der Regel die Kommunen. Wenn diese Kommunen aber noch nicht einmal schaffen für dichte Schuldächer zu sorgen, weil sie unter Haushaltsvorbehalt stehen und quasi kein Geld ausgeben dürfen ist doch schnell verständlich, dass auch kein Geld für digitale Ausstattung da ist. Noch schlimmer digitaler Hausmeister. Das wären ja ständige Ausgaben. So ist es viel einfacher zentral ein paar ITler zu haben, die völlig überlastet sind und so Probleme in der Zeit von einer Woche bis zwei Wochen lösen können. Daher erklärt sich ein Kollege bereit, die Wartung zu übernehmen. Für ihn heißt dies keine Freizeit mehr, da Entlastung gibt es dafür kaum. Die Ausstattung der Schulen unterscheidet sich einfach zu stark von Kommune zu Kommune, gleichwertige Bedingungen sind nicht gegeben. Reiche Kommune gleich gute Ausstattung mit Tablet, Smartboards etc. arme Kommune gleich Tafel und Kreide...
oliver_krueger 11.11.2019
3. Brauchts das wirklich?
Um älteren Schülern IT-spezifische Inhalte beizubringen (Programmierung , bestimmte Anwendungen (CAD o.ä)) wäre das wünschenswert aber zur Vermittlung von Grundlagen in Mathe, Deutsch etc. tuts auch oldschool. Im Gegenteil, in ihrer Freizeit hängen meine Kinder noch genug am PC oder Smartphone, da sollen sie ruhig in der Schule mal ne Pause machen.
dodgerone 11.11.2019
4.
Zitat von grumpy53Das eine ist, ein so reiches Land wie die BRD hinkt bei der Digitalisierung in vielen Bereichen hinterher. Um Jugendliche fit zu bekommen, die Bildung zu optimieren, fehlt es an vielem. Auf der anderen Seite steht Lehrpersonal, das im Studium und später nur rudimentäre Kenntnisse in Medienbenutzung und Medienkompetenz hat. Nein, ich will gar nicht davon reden, vertiefte Programmierung zu beherrschen. Aber mehr als wischen, whatsapp zu benutzen und vor den "fake news" im Internet aufzuklären sollte es schon schein. Differenzierte Nutzung bei der Recherche im web, Überzeugungsarbeit in Sachen facebook, twitter und Instagram und wie gehen wir auch in der Anonymität des Netzes gehen wir miteinander um. Die schicksten leistungsfähigsten tablets muss man halt auch benutzen können. Und die dritte Seite, die Eltern, die den nervigen Vierjährigen gerne mal mit dem eigenen smartphone "spielen" lassen, um Ruhe zu haben und die sich dann wundern, welche Filmchen der 9 jährige von netten Mitschülern so geschickt bekommt und kritiklos weiterleitet, um dazu zu gehören. Die haben meistens nicht so viel Ahnung, wie sie selbst meinen, bloß weil sie selbst online Reifen bestellen oder sich mit Nachbarschaften ein wlan teilen... Von Datenschutz und anderen Dingen ganz zu schweigen. Ausstattung ist nicht alles. Aber zur zeitgemäßen Bildung gehört unbedingt Einsatz moderner Kommunikationsmittel.
Tja, man muss die Lehrer verpflichtend forbilden... aber dann müsste man ihnen ja die Zeit fest einräumen... und bezahlen. Und das alles müssten die Leute organisieren, die daran Schuld sind das Lehrer fehlen, Schulleiter überlastet sind etc... da nützt es ihnen nichts auf die Lehrer zu schimpfen. In der Schule meiner Frau wird die Infrastruktur komplett von Lehrern gemanagt. Alles mal so "nebenbei". Es gibt 1 Rechner zum Ausdrucken von Zeugnissen, der extern gewartet wird (mit entsprechendem Zeitverzug). Ich kenne keinen Betrieb in der freien Wirtschaft in der die Mitarbeiter die IT selber pflegen und verwalten sollen. Aber in den Schulen soll es funktionieren. Hier gehört an jede grössere Schule ein IT-Profi, der die IT mangaged, veraltet und auch Fortbildungen machen kann bzw. den Lehrkräften als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Nur so wird das was werden.
olicrom 11.11.2019
5. Das ist so ähnlich als hätte jemand ...
Zitat von oliver_kruegerUm älteren Schülern IT-spezifische Inhalte beizubringen (Programmierung , bestimmte Anwendungen (CAD o.ä)) wäre das wünschenswert aber zur Vermittlung von Grundlagen in Mathe, Deutsch etc. tuts auch oldschool. Im Gegenteil, in ihrer Freizeit hängen meine Kinder noch genug am PC oder Smartphone, da sollen sie ruhig in der Schule mal ne Pause machen.
.... in grauer Vorzeit gefragt, ob man denn tatsächlich sowas wie den Buchdruck brauche? Mündliche Überlieferung hat doch auch lang genug funktioniert. Das aber genau ist es, was bislang weder die Öffentlichkeit und leider auch die meisten Lehrer und Schulleiter nicht verstanden haben: Digitales Lernen ist nicht das Buch in Pixeln und hat auch mit Informatik o.ä. nicht die Bohne zu tun. Vielmehr steckt die Chance zu einer pädagogische Revolution dahinter. Bei der es um eins eben nicht geht: in Deutsch oder Mathe irgendeinen anderen Inhalt zu vermitteln.
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