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"Ist das Abi oder Asi?": Wie sich Kölner Abiturienten bekriegen

Foto: Jasmin

Abi-Kampf in Köln 200 Abiturienten liefern sich Wasserbomben-Schlacht

Platsch! Abiturienten rivalisierender Gymnasien sind am Sonntagabend in Köln mit Wasserbomben aufeinander losgegangen. Die Polizei rückte an. Schülerrandale hat in der Stadt Tradition.

Etwa 200 angehende Abiturienten haben sich in der Kölner Innenstadt eine Wasserbombenschlacht geliefert. Die Polizei rückte mehrfach aus, weil sich Anwohner am Sonntagabend vom Lärm gestört fühlten. Ein Sprecher der Polizei beschwichtigte am Montag: "Die Sache hatte zu keiner Zeit einen ernsthaften Charakter." Zu Straftaten sei es nicht gekommen, und es sei auch niemand verletzt worden.

Bei Abi-Streichen und Mottowochen arten die Vor- und Nachfeiern rund um die schriftlichen Prüfungen immer mal wieder aus. In Köln haben die Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Schulen allerdings eine besondere Tradition: Im Zentrum stand dabei wiederholt eine Gruppe namens "Kölsch Kraat Kommando" des Humboldt-Gymnasiums in der Kölner Südstadt.

2013 artete der Schulkrieg dort derart aus, dass neben Wasserbomben auch Böller und Farbbeutel geflogen kamen. Laut "Kölner Stadtanzeiger"  entstand damals ein Sachschaden von 40.000 Euro. Auch im vergangenen Jahr lieferten sich die Humboldt-Abiturienten eine Wasserbombenschlacht mit Schülern zweier anderer Gymnasien. Die Polizei schritt ein und sprach 50 Platzverweise aus. Den Auftakt in diesem Jahr machte eine Schule im Stadtteil Rodenkirchen: Wie der "Express" berichtet, kam es in vier aufeinanderfolgenden Nächten zu Mehlbeutel- und Wasserbombenwürfen , Anwohner fühlten sich gestört.

Einigen Kölner Gymnasiasten gefallen die Abi-Krawalle weniger: Die Schülervertreter von fünf Gymnasien hatten im Februar eine Resolution gegen Abi-Ausschreitungen veröffentlicht. Natürlich solle das Abi "auslassend" gefeiert werden, heißt es darin . "Allerdings distanzieren wir uns ganz entschieden von allen Versuchen, die Veranstaltungen und Aktionen als Mittel zur Störung des Schulfriedens an der eigenen oder an anderen Schulen zu missbrauchen." Besuche von Abiturienten an anderen Schulen sollten nur mit der Erlaubnis der entsprechenden Schulleitungen stattfinden. Das schulische Hausrecht sei "stets zu respektieren".

Auch andernorts wappnen sich die Behörden für die Abi-Streich-Saison. In Hessen, wo am Freitag die letzten Abi-Klausuren geschrieben werden, bereiten sich viele Kommunen bereits auf die Partys vor. In Frankfurt am Main etwa sind Mitarbeiter der Drogenaufklärung unterwegs; sie sollen übermäßigem Alkoholkonsum entgegentreten.

Die Prüfungstermine sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. In Rheinland-Pfalz endet für die Abiturienten mit Beginn der Osterferien am 26. März das Schuljahr. In vielen anderen Ländern stehen die Abi-Prüfungen erst im April und Mai an.

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Letzte Unterrichtswoche: Nachts drehen die Abiturienten frei

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bkr/dpa
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