Schweißtreibende Schule Saarland schafft Hitzefrei ab

Im Saarland soll es ab dem kommenden Schuljahr kein Hitzefrei mehr geben, damit sich Eltern besser auf den Stundenplan verlassen können. Bei Extremhitze soll lediglich auf Klassenarbeiten verzichtet werden.


Vorbei die schönen Zeiten, als auch saarländische Schüler aufgeregt vor dem Thermometer bangten, ob das Quecksilber bis zehn Uhr die magische Grenze knackt: Wenn um diese Uhrzeit 23 Grad im Schatten gemessen wurden, gab's nach der vierten Stunde frei. Ab ins Freibad.

Sprudeldusche: In Saarlands Schulen bald der einzige Weg cool zu bleiben.
DDP

Sprudeldusche: In Saarlands Schulen bald der einzige Weg cool zu bleiben.

In Zukunft wird der Unterricht jedoch auch bei Sahara-Temperaturen stattfinden. Die Begründung: Eltern sollen sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder in der Schule betreut werden und kein Unterricht ausfällt. Das sei wichtig für die bessere "Vereinbarkeit von Familie und Beruf", erklärt der Pressesprecher des Kultusministeriums, Guido Fries.

Immerhin: Bei Extremhitze sollen keine Klassenarbeiten geschrieben werden und keine sonstigen schriftlichen Überprüfungen stattfinden. Die Lehrer dürfen entscheiden, ob sie während dieser Stunden Unterrichtsstoff wiederholen oder Hausaufgaben erledigen lassen.

Eine einheitliche Regelung oder gar ein Schülerrecht auf Hitzefrei gibt es übrigens nicht. Ob Stunden ausfallen, entscheidet allein der jeweilige Schulleiter. In vielen Schulordnungen steht folgende Formulierung: Es gibt dann frei, wenn die äußeren Umstände keinen sinnvollen Unterricht zulassen. Auch in Hamburg und Brandenburg ist Hitzefrei längst passé, während man etwa in Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz an der Regelung festhält.

agö/dpa



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