Gerichtsurteil Bayern darf Lehrer wegen Sex-Mail entlassen

In einer E-Mail hatte ein bayerischer Gymnasiallehrer seiner 15-jährigen Schülerin von sexuellen Fantasien berichtet. Nun hat ein Gericht entschieden: Der Freistaat darf den Mann aus dem Beamtenverhältnis entlassen.


Fünf Jahre lang hatte der Lehrer am Deutschherren-Gymnasium in Aichach unterrichtet. Er soll an der Schule beliebt gewesen sein. Doch zu einer 15 Jahre alten Schülerin war sein Verhältnis äußerst unangemessen. Ihr schrieb der Lehrer eine Mail über seine sexuellen Fantasien.

Vor einem Jahr hatte das Landgericht Augsburg den Lehrer bereits wegen Verbreitung pornografischer Schriften und Körperverletzung zu einer Geldstrafe von fast 17.000 Euro verurteilt, wie der Bayerische Rundfunk berichtet. Der Richter hatte die Mail damals als "pervers" bezeichnet. An diesem Montag hat das Verwaltungsgericht München entschieden, dass der Freistaat Bayern den 38 Jahre alten Lehrer aus dem Beamtenverhältnis entlassen darf.

Zu dem Vorfall an der Schule war es bereits vor knapp drei Jahren gekommen. Der Direktor des Gymnasiums, Gerhard Haunschild, hatte den Lehrer sofort suspendiert, als sich die Schülerin der Schulpsychologin anvertraut hatte, wie die "Augsburger Allgemeine" berichtet. Seitdem ist der Lehrer nicht mehr im Dienst.

Das Urteil von Montag ist noch nicht rechtskräftig. Der 38-Jährige kann noch die Zulassung zur Berufung beantragen.

kha



insgesamt 75 Beiträge
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Seite 1
Zentrus 17.08.2015
1. richtig so
es gibt Dinge die kann man einfach nicht tolerieren. Sex mit Schutzbefohlenen gehört dazu. Auch das ein Lehrer seine Fantasien eienm Kind darlegt, ist absolutes NoGo und disqulifiziert ihn für diesen Beruf.
KingTut 17.08.2015
2. Sensibilisiert
Jedermann weiß, wie sensibilisiert unsere Gesellschaft auf sexuellen Missbrauch (zum Glück) reagiert. Die Gedanken eines Menschen kann niemand lesen, aber wenn jemand in so eine Richtung denkt und sich dann sogar einem Schutzbefohlenen gegenüber offenbart, dann muss gehandelt werden, denn es zeigt, dass dieser Person die Kontrolle über sich selbst entglitten ist. Man stelle sich vor, das Gymnasium hätte nicht reagiert und irgendwann wäre es dann zu einem sexuellen Übergriff auf einen Schutzbefohlenen gekommen, dann möchte ich nicht in der Haut des verantwortlichen Schulleiters stecken. Insofern wurde richtig gehandelt. Der Lehrer hat sich das selbst zuzuschreiben. Ich hoffe, dass man ihm aber auch eine Perspektive eröffnet, z.B. durch eine Therapie.
patrick6 17.08.2015
3. Der Lehrer...
...ist also seit 3 Jahren außer Dienst. Als Beamter. Hat er die 3 Jahre immer noch eine Vergütung (für nicht geleistete Dienste) bekommen? Falls ja - unglaublich.
burkhard.salz@web.de 17.08.2015
4. Wie wäre es mit einer Problemlösung
Der Staatsapparat BRD will es anscheinend das ein Lehrer Emailverkehr mit seinen Schülern hat. Dann sollten doch diese Emails anonymisiert per Bundesland automatisch auf einem Zentralserver gespeichert werden so das Polizei und Staatsanwaltschaft dort das Gefahrenpotential erkennen können. Jeder gute Politiker bzw Politikerin sollte zum Schutz unserer Kinder das Gesetz in 2015 durchwinken.
max_schwalbe 17.08.2015
5. Wo sind die Grenzen
Ich denke es ist wichtig, dass Schüler im Schulunterricht nicht nur lernen, wie die Welt im Idealfall funktioniert, sondern auch mit Problemen dieser Welt konfrontiert werden. Die Frage ist, wie weit man dabei gehen sollte. Dieser Lehrer scheint sich einfach nicht unter Kontrolle gehabt zu haben. Aber an manch anderer Stelle denke ich, sollte man darüber nachdenken ob es Sinn macht, realitätsfernen Schulunterricht zu machen, nur weil man Halberwachsenen nichts zumuten dürfe. Ich denke da an die Sezierung einen Kaninchens im Biologieunterricht, was ebenfalls harte Strafen für den Lehrer zurfoge hatte. Ich denke es ist wichtig dass die Schüler auch praktisch erfahren, wo die moralischen Klippen und Paradoxien der Realität liegen. Und es geht ihnen viel verloren wenn man so tut als gäbe es nur den behüteten Schulunterricht wo nie wirklich etwas passiert. Das ist realitätsfremd und denke ich auch nicht förderlich für das Lernen und Begreifen von bestehenden Problemen.
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