Außergerichtliche Einigung Schüler bekommt sechs Millionen Dollar wegen Sex mit Lehrerin

Ein minderjähriger US-Schüler schwängert seine Lehrerin - und bekommt dafür nun sechs Millionen Dollar vom Schulbezirk. Der soll von der Beziehung gewusst und den Schüler nicht geschützt haben.
Beziehung mit Schüler: Lehrerin vor einem Gericht in San Bernardino (Archiv)

Beziehung mit Schüler: Lehrerin vor einem Gericht in San Bernardino (Archiv)

Foto: AP/ The Press-Enterprise

Rund ein Jahr dauerte die Beziehung zwischen einem minderjährigen Schüler und einer Englischlehrerin in Kalifornien - und sie kommt den zuständigen Schulbezirk teuer zu stehen.

Der Redlands Unified School District einigte sich am Freitag mit den Anwälten des Schülers darauf, sechs Millionen Dollar zu zahlen und damit einen monatelangen Rechtsstreit beizulegen, wie mehrere US-Medien berichteten.

Die Anwälte werfen dem Schulamt vor, von der sexuellen Beziehung des damals 16-jährigen Schülers und einer 28 Jahre alten Lehrerin der Citrus Valley High School gewusst und den Minderjährigen nicht ausreichend geschützt zu haben.

Die Beziehung flog auf, als die Lehrerin im Juni 2013 sein Kind zur Welt brachte und die Mutter des Schülers kurz darauf von der Verbindung erfuhr. Sie meldete sich beim Schulamt, das wiederum die Polizei verständigte, wie unter anderem die Zeitung "Redlands Daily Facts" schreibt .

Das Schulamt habe da aber schon seit mehreren Wochen von der Beziehung gewusst und sie nicht der Polizei gemeldet, sagen die Anwälte des Schülers. Dabei seien sie bei Verdacht auf Kindesmissbrauch in Kalifornien gesetzlich dazu verpflichtet.

Citrus Valley High School

Citrus Valley High School

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"Wir haben nichts falsch gemacht"

Der Bezirk weist den Vorwurf zurück. Man habe den Schüler und die Lehrerin im Mai getrennt befragt, und beide hätten ihr "mutmaßlich auffälliges Verhalten" plausibel erklären können. Von der sexuellen Beziehung habe man erst durch den Anruf der Mutter erfahren.

"Wir haben nichts falsch gemacht in der Art, wie wir mit dem Fall umgegangen sind", sagte Schulamtssprecher Tom DeLapp. Die Sechs-Millionen-Einigung sei kein Eingeständnis von Schuld, sondern der Versuch, eine weitere Rufschädigung vom Schulbezirk abzuwenden.

Die Lehrerin hatte sich vor Gericht schuldig bekannt, in sechs Fällen mit drei minderjährigen Schülern an zwei verschiedenen Schulen sexuelle Handlungen vollzogen zu haben. Sie habe sechs Monate in Haft verbracht und sei inzwischen auf Bewährung frei, schreibt "Redlands Daily Facts".

Sie habe zudem ihre Lehrlizenz zurückgeben und sich als sexuelle Straftäterin registrieren lassen müssen. Mit den ehemaligen Schülern dürfe sie keinen Kontakt aufnehmen.

Der Schüler hatte ausgesagt, dass die Lehrerin ihm erzählt habe, das Baby sei "Gottes Plan" und ein "Wunder", weil sie eigentlich gar nicht schwanger werden könne. Der Schüler habe ihre Beziehung geheim halten sollen. Das Sorgerecht für das Kind teilt er sich den Berichten zufolge mit der Mutter.

Sexuelle Handlungen mit Minderjährigen werden in den USA sehr rigoros verfolgt. Noch nie habe jedoch eine öffentliche Einrichtung in einem Fall von Kindesmissbrauch eine so hohe Einigungssumme bezahlt, sagte einer der Anwälte des Schülers, Vince Finaldi.

In Russland zum Beispiel wurde ein ähnlicher Fall ganz anders aufgenommen. Dort forderten im vergangenen Jahr Tausende Menschen die Freilassung einer US-Lehrerin, die mit einem Schüler geschlafen hatte.

lov
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