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17. Mai 2006, 13:24 Uhr

Ski- und Snowboard-Videos

Tauchen im Tiefschnee

Jeder legt sich mal im Winterurlaub auf die Nase. Doch nicht alle inszenieren kunstvolle Schnee-Stunts. SchulSPIEGEL suchte die derbsten und kürt nun den Superstunt der Saison 2006: Sehen Sie missglückte Salti, fliegende Camcorder und was "Harz IV" im Schnee bedeutet.

Jedes Jahr zum Ende der Wintersport-Saison stellt sich die gleiche Frage: Wer hat dieses Jahr den coolsten Snowboard-Sprung hingelegt - und über wessen Crash wird man noch in der nächsten Saison lachen? SchulSPIEGEL hatte deshalb zur Snowstunt-Aktion 2006 aufgerufen und die schönsten Sprünge und derbsten Kapriolen gesucht. Dutzende Leser meldeten sich mit eleganten Manövern und stümperhaften Sprüngen, sendeten Tauchaktionen im Tiefschnee und Materialverschleiß auf der Buckelpiste; aufgezeichnet mit dem neuen Camcorder, der unterm Tannenbaum lag, oder mit kleinen Digitalkameras.

Die meisten Einsendungen erreichten uns aus Süddeutschland, Österreich und der Schweiz. Einige versuchten auch mit Kunststücken aus dem heimischen Vorgarten oder auf dem Bremerhavener Deich zu beeindrucken, sogar aus Spanien meldete sich ein begeisterter Snowboarder. Viele Schneehasen hatten tagelang an ihren "Kicker" genannten Schanzen aus Schnee modelliert, bis Kickflip oder Doppelsalto endlich klappten. Einiges sah schmerzhaft, anderes glimpflich aus. Doch ernsthaft verletzte sich niemand. Sehen Sie nun hier die Top Sieben der Superstunts. Und eine lobende Erwähnung für ein Deichkind.

SchulSPIEGEL bedankt sich bei allen Einsendern für die rege Teilnahme - doch nur acht konnten gewinnen. Tröstet euch: Der nächste Winter kommt bestimmt.

Lorenz Ballauf
1. Platz: Lorenz Ballauf - Nichts bereuen

Kopfüber mit Drehwurm in den Tiefschnee: Der Schüler Lorenz Ballauf, 16, bereut nichts. Er hat lange an seiner Schanze gebaut, 1000 Mal geübt, Kopf und Kragen riskiert, jeder Wetterlage getrotzt. Lorenz kann Edith Piaf von Aphex Twin unterscheiden und weiß das zur Untermalung seiner Doppelsalti zu nutzen. Sein Video zeigt ihn und seinen Freund Maximilian Paterno auf dem Feldberg im Schwarzwald, beide besuchen ein Freiburger Gymnasium.
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Axel Tschirne
2. Platz: Axel Tschirne - Verwachst

Das doppelte Unglück passierte zum Saisonende in Oberbayern bei einer Snowboard-Kicker-Filmaktion: Axel Tschirne, 29, ist von Beruf Snowboardlehrer - was man hier wirklich nicht sieht. Sein Stunt war körperlich wie seelisch grausam; Freund und Filmer Hendrik Koch konnte vor Lachen die Kamera nicht mehr ruhig halten. Das Snowboard war schon Axels drittes Opfer der Saison und taugt jetzt als prima Getränkeunterlage.
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Eckhard Wannieck
3. Platz: Ecki Wannieck - Buckelpiste

"Bissl viel riskiert", gibt Eckhardt Wannieck nach seinem Tempo-Ritt über die Buckelpiste im Tiroler Alpbachtalzu. Freilich war das ganz nicht die Idee des 34-jährigen Volkswirts gewesen: Ein Bekannter wollte nur mal sehen, wer aus der Gruppe den Hang am flottesten hinunterkommt. Da kann man nur sagen: No good for me...
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Alexander Naumann
4. Platz: Alexander Naumann - Harz IV

Alexander Naumann, 26, düst gern durch schneeverwehte Wälder im Harz - auf Skiern, Snowboard oder dem Allerwertesten. Die etwas unentschlossene Kameraführung gleicht der Hamburger Student durch raffiniertes Sounddesign aus: Wenn nötig, lässt er seine erschütternden Schreie auch über die HipHop-Musik gellen. Weil es sein viertes Wochenende im Harz war, heißt sein Superstunt "Harz IV".
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Philipp Muckhoff
5. Platz: Philipp Muckhoff - Freeriding

Mit Skiern, Stöcken und Helm bewaffnet, bezwingt Student Philipp Muckhoff, 22, die Berge rund um Bad Gastein in Österreich, stürzt sich von Gletscherspitzen hinab und wedelt relaxed durch unberührten Tiefschnee. Etwas jäh fand die Snowstunt-Jury den Schluss seines Videos - ob's daran gelegen hat, dass der letzte Sprung von der Klippe nicht so elegant endete?
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Dita Leyh
6. Platz: Dita Leyh - Die neue Kamera

"Mach mal keine gefährlichen Sachen, Babe, so wichtig ist Filmen auch nicht", warnt noch die Stimme aus dem Off. Doch niemand kann Dita Leyh, 29, stoppen: An einem strahlend sonnigen Tag bricht die Stuttgarter Architektin auf dem Pitztalgletscher zur Abfahrt auf, verfolgt von Freund Stefan mit Kamera. Jauchzend holt sie Schwung, duckt sich zur Schussfahrt, setzt an zum Sprung und - sehen Sie selbst. Ein Wunder, dass die Kamera überlebt hat.
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Sebastian Schützenberger
7. Platz: Sebastian Schützenberger - Bedroom Production

"Hast du jemals darüber nachgedacht, was du alles machen könntest?", fragt die Sprecherin in Sebastian Schützenbergers Snowstunt-Beitrag. Und tatsächlich: Niemand würde auf die Idee kommen, dass man diesen Abhang aus schneebedecktem Fels mit Büschen und Bäumen erfolgreich befahren könnte. Der Salzburger Student, 23, hat's zwischen zwei schönen Freeriding-Abhängen versucht. Autsch.
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Julia Schlingermann
Lobende Erwähnung: Lisa Bartsch / Julia Schlingermann - Bremerhaven City geht ab

Wer braucht schon Berge zum Skifahren, wenn vor der Haustür ein Deich steht? Das fragen Lisa Bartsch und Julia Schlingermann aus Bremerhaven. Aber ein Stunt ist die Abfahrt vom Weserdeich in Schottwarden wirklich nicht. Sie kann weder als sportlich noch filmerisch überzeugen - der Kommentar schon. Kompliment der SchulSPIEGEL-Jury an Lisa Bartsch: Die hohe Kunst der Live-Reportage besteht darin, auch dann zu unterhalten, wenn auf dem Spielfeld mal gar nichts passiert.
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