Sozialgericht Hartz-IV-Schüler bekommt keine Ski-Ausrüstung

Eine neue Ski-Ausrüstung auf Kosten des Job-Centers? Die wollten Eltern mit Hartz-IV-Anspruch für ihren 14-jährigen Sohn. Die Dinge gebe es günstig im Internet oder leihweise, befand das Berliner Sozialgericht und lehnte den Antrag ab.

Bitte selber zahlen: Hartz-IV-Kinder bekommen für eine Klassenfahrt keine komplette Ski-Ausrüstung
DPA

Bitte selber zahlen: Hartz-IV-Kinder bekommen für eine Klassenfahrt keine komplette Ski-Ausrüstung


Acht Tage will die Klasse nach Südtirol zum Ski-Fahren. Auch wer in einer Hartz-IV-Familie lebt, soll darauf nicht verzichten: Eine Berliner Familie hat daher für ihren 14-jährigen Sohn die Kosten von 540 Euro vom Jobcenter bezahlt bekommen. Aber Skifahren ohne Ski-Ausrüstung? Die Familie wollte auch dafür eine Kostenübernahme - die allerdings stehe ihr nicht zu, hat das Berliner Sozialgericht entschieden.

Weil das Jobcenter nicht schnell genug auf den Antrag der Familie mit sechs Kindern reagierte, hatte sie Anfang Januar einen Eilantrag beim Gericht eingereicht - drei Tage vor Beginn der Klassenfahrt. Die Eltern wollten eine Ski-Ausrüstung mit Helm, Brille, Handschuhen und Unterwäsche für ihren Sohn bezahlt bekommen.

Unterwäsche und Handschuhe müssten aber aus dem Regelsatz finanziert oder notfalls angespart werden, so das Gericht. 14- bis 18-Jährige haben laut Gericht einen Anspruch auf 302 Euro im Monat.

Zudem sei fraglich, ob außer dem Helm die begehrten Sachen notwendig seien. Es sei auch zumutbar, auf Gebrauchtwaren zurückzugreifen. Im Internet gebe es Skianzüge für Jugendliche bereits ab 15 Euro und Skibrillen ab fünf Euro. Ein Helm könne außerdem vor Ort ausgeliehen werden. Der Beschluss ist rechtskräftig.

(S 191 AS 115/15 ER)

bkr/dpa



insgesamt 42 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
panchy 30.01.2015
1. Gerechtfertigt
Das Jobcenter sollte stattdessen dann die Leihgebühren der benötigten Ausrüstung übernehmen!
gerd33 30.01.2015
2. Haha
Zitat von panchyDas Jobcenter sollte stattdessen dann die Leihgebühren der benötigten Ausrüstung übernehmen!
Sie scheine kein Skiläufer zu sein. Leihen ist meist genau so teuer wie (günstig in der Nachsaison) kaufen. Besser gleich gebraucht kaufen (Skibasar) und anschließend noch in der Saison wieder verkaufen. Machen wir jährliche bei Sohnemann, da noch nicht ausgewachsen.
querdenker13 30.01.2015
3.
Zitat von panchyDas Jobcenter sollte stattdessen dann die Leihgebühren der benötigten Ausrüstung übernehmen!
Ich finde das dafür keine Kostenübernahme stattfinden darf. Wie ist es denn mit Familien die nur 1e-Cent über dem H-IV-Satz liegen? Die kriegen auch nichts vonmJob-Center.
HARK 30.01.2015
4. Skifahren...
... wird völlig überbewertet. Wieso soll der Steuerzahler dafür blechen?
glasperlenspieler 30.01.2015
5. Hohes Anspruchsdenken
Sowohl Schulen als auch Hilfsgeldempfänger werden immer dreister. Muss es unbedingt ein Skikurs sein oder die Klassenfahrt nach England? Muss die Allgemeinheit unbedingt eine neue Waschmaschine, TV, Internet, Computer finanzieren? Das Sozialhilferecht bedarf dringend einer umfassenden Reform. Ein Pauschalsatz, mit dem alles abgegolten ist. Der normale Arbeitnehmer kann auch nicht je nach Bedarf Gehaltserhöhungen oder Anpassungen verlangen, sondern muss von einem monatlichen Festbetrag leben und notfalls ansparen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.