Frankreich Minister will Schülern freien Tag nehmen

Zurück zur Fünf-Tage-Woche: Kaum ernannt, will der französische Bildungsminister des neuen Präsidenten Hollande die Schulwoche umkrempeln. Grundschüler und deren Lehrer sollen an einem weiteren Tag zur Schule gehen.
Vincent Peillon, 51, Frankreichs neuer Bildungsminister

Vincent Peillon, 51, Frankreichs neuer Bildungsminister

Foto: FRED DUFOUR/ AFP

Eine erste Reform der neuen sozialistischen Regierung in Frankreich soll die Schulwoche von Grundschülern um einen Tag verlängern: Bildungsminister Vincent Peillon kündigte in einem Interview an, ab dem Schuljahr 2013 sollten die Jüngsten wieder fünf Tage die Woche zur Schule gehen. "Das wird nicht gerade einfach, aber wir werden es tun", sagte Peillon dem Radiosender "France Inter". Französische Grundschüler würden 40 Tage weniger zu Schule gehen als ihre europäischen Nachbarn.

Erst am Mittwoch hatte der neue Präsident François Hollande Peillon zum Bildungsminister ernannt. Peillon, 51, ist selbst Lehrer. Präsident Hollande hatte im Wahlkampf das Thema Bildung zu einem seiner Politikschwerpunkte erklärt.

Bislang gehen die französischen Grundschüler nur an vier Tagen pro Woche zur Schule, der damalige Präsident Nicolas Sarkozy hatte das 2008 eingeführt. Verbände und Abgeordnete hatten sich damals heftig widersetzt, denn durch die Verkürzung der Schulwoche verlängerten sich natürlich die verbliebenen Schultage. Das ermüde die Kinder, sagte unter anderem die Elternorganisation FCPE.

Bislang hatten die Schüler traditionell am Mittwoch frei. Der neue Bildungsminister will den Kommunen überlassen, ob sie zukünftig zusätzlich mittwochs oder samstags zur Schule gehen sollen. Peillon plant, in diesem Herbst einen entsprechenden Gesetzentwurf ins Parlament einzubringen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieser Meldung haben wir geschrieben, Vincent Peillon wolle die wöchentliche Schulzeit verkürzen. Tatsächlich will er die Schulwoche verlängern. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

cht
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