Streik in Spanien Nieder mit den Hausaufgaben!

Spaniens Eltern haben keine Lust mehr auf Hausaufgaben. Mit einer Protestaktion wollen sie nun erreichen, dass ihre Kinder zukünftig von den lästigen Zusatzarbeiten befreit werden.
Nach der Schule über Hausaufgaben brüten? In Spanien soll damit bald Schluss sein!

Nach der Schule über Hausaufgaben brüten? In Spanien soll damit bald Schluss sein!

Foto: Jens Kalaene/ picture alliance / dpa

In Spanien haben Familien der "Hausaufgabenflut" den Krieg erklärt und wollen nun streiken. Ziel der Kampagne sei die gänzliche Abschaffung der Hausaufgaben, sagte José Luis Pazos, der Verbandspräsident des Dachverbandes der Familien mit Kindern an öffentlichen Schulen (CEAPA).

Zunächst sollen die Hausaufgaben nur an den Wochenenden "bestreikt" werden, teilte CEAPA mit. Sollte die Protestaktion keine Wirkung zeigen, werde der Streik ausgeweitet. Im kommenden Jahr könnte dann auch an allen Wochentage gegen Hausaufgaben gestreikt werden.

Nach einer Studie der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) von 2012 benötigen 15-Jährige in den OECD-Mitgliedsländern für die Erledigung der Hausarbeiten in der Woche im Schnitt 4,8 Stunden. In Deutschland sind es 4,7 und in Spanien 6,5 Stunden. Nach Angaben der CEAPA müssen spanische Kinder sogar oft mehr als zehn Stunden wöchentlich zu Hause büffeln. Schon Vorschüler bekämen häufig Hausaufgaben.

Unter dem zunehmenden Hausaufgabenvolumen leide das Familienleben auch an den Wochenenden, so der CEAPA. Kinder hätten nur noch selten Zeit zum Spielen, betonte der Dachverband, der landesweit mehr als 12.000 Elternvereinigungen vertritt. Somit werde in Spanien Artikel 31 der UN-Kinderrechtskonvention verletzt, wonach Kinder Recht auf Ruhe, Freizeit und Spiel haben, hieß es.

asc/dpa