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Schülerzeitungspreis 2014: Das sind die Gewinner

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SPIEGEL-Schülerzeitungspreis "Mittelpunkt" ist Deutschlands beste Schülerzeitung

"Zukunft des Journalismus": Weit über tausend Schülerzeitungsredakteure beteiligten sich am SPIEGEL-Schülerzeitungspreis. Die besten kommen aus Nordrhein-Westfalen: "Mittelpunkt" holte den Gesamtsieg.

Fotos von Männern, die sich an Autos schmiegen - mit Häschenohren und knappen Shorts, Titelbilder mit frechen Lehrern und Muskelprotzen, Reportagen über Bestatter, Behinderte und Breakdancer: Weit über 1000 Schülerzeitungsredakteure aus Deutschland haben sich in diesem Jahr mit ihren Beiträgen beim SPIEGEL-Schülerzeitungspreis beworben. Auch aus dem Ausland nahmen deutschsprachige Magazine teil, aus Österreich und der Schweiz zum Beispiel, aus Spanien, Russland und Kolumbien.

In diesem Jahr kürte die Jury das Magazin "Mittelpunkt" von der Gesamtschule Hardt in Mönchengladbach zum Gesamtsieger. "Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet", sagte Chefredakteur Mark Offermann. Er habe nicht gedacht, dass die vielen Auszeichnungen aus dem vergangenen Jahr noch zu toppen seien. "Das ist jetzt das Highlight."

Das Magazin überzeugte gleich in mehreren Kategorien: Layout (Platz 1), Foto (Platz 2) und Titelbild (Platz 3). Die Preisverleihung fand am frühen Montagabend im Hamburger SPIEGEL-Haus statt. Klaus Brinkbäumer, stellvertretender Chefredakteur des SPIEGEL, überreichte der Redaktion den Preis. "Wer diesen Wettbewerb begleitet hat, muss um die Zukunft des Journalismus keine Angst haben", sagte Brinkbäumer.

Seit 18 Jahren will der SPIEGEL mit diesem Wettbewerb junge Talente motivieren und die Besten unter den jungen Blattmachern weiter fördern. Für junge Redakteure ist es der Ritterschlag im Nachwuchsjournalismus und oft der Beginn für eine Karriere in den Medien.

Die Gewinner der Kategorien

In der Kategorie Heftinhalt Gymnasium gewann die Schülerzeitung "Tempus" des Carl-Benz-Gymnasiums in Ladenburg. "In wie immer opulenter Optik und Aufmachung verstehen es die Macher um die Chefredakteurinnen Katharina Schröder und Caroline Etzold, große Themen mit großem Anspruch aufzuarbeiten", urteilt die Jury.

Die Zeitung "V.I.N." (Very Important News") belegte in der Kategorie Heftinhalt Haupt-/Realschule den ersten Platz. Die Jury bescheinigt den Redakteuren der Mittelschule Auerbach in der Oberpfalz ein "hohes Niveau". "Alles nah am Leser - wie es sich für ein gelungenes Magazin gehört."

In der Kategorie Heftinhalt Grundschule überzeugte der "Lolablitz", eine Schülerzeitung der Hamburger Ganztagsgrundschule Sternschanze. Eine "sehr politische Zeitung", urteilt die Jury, bei der die Schüler fast alles selbst machen .

Das beste Titelbild kommt in diesem Jahr von der Schülerzeitung "Casiopeia" vom Gymnasium Casimirianum in Coburg. Für das komplexe Titelthema "Bildung" wurden die Rollen getauscht: Im Klassenzimmer sitzen 22 Lehrer, die wie freche Schüler an ihren Tischen lümmeln. "Wunderbar inszeniert", sagt die Jury.

Gesamtsieger "Mittelpunkt" holte beim Layout den ersten Platz. Das Urteil der Jury: "Format und Umfang sucht in diesem Wettbewerb seinesgleichen."

In der Kategorie Online überzeugte "Laurentinews" vom Laurentius-Siemer-Gymnasium im Saterland. "Vielschichtige Themen und meinungsstarke Stücke", findet die Jury. Hinzu kommen Videos, Diskussionen mit Lesern und ein gut gepflegter Facebook-Auftritt.

Die beste Reportage schrieb Tom Solbrig für die Schülerzeitung "Vizional" des Vitzthum Gymnasiums in Dresden. Er beschreibt den Alltag eines Fischers an der deutschen Ostsee. "Es ist ein gelungenes Gesamtpaket, das zukunftsweisend zeigt, wie man Geschichten von Menschen noch erzählen kann", sagt die Jury. "Dem Autoren gelingt es nämlich, einer großen, fast nicht greifbaren Thematik ein Schicksal, ein Gesicht zu geben: Das von Jürgen Kuse."

Das beste Interview führten Eric Dabbert und Paul Andrä für das "Pupil Magazine" vom Goethegymnasium in Weißenfels. Sie sprachen mit Markus Kavka, Anchorman des Musiksenders MTV zu Beginn der Nullerjahre, übers Älterwerden. Eine originelle Idee überzeugend umgesetzt, urteilt die Jury.

Den ersten Platz in der Kategorie Foto belegte Carina Hochlenert vom Carl-Benz-Gymnasium Ladenburg. Für die Schülerzeitung "Tempus" fotografierte sie halbnackte Männer vor Autos als Anspielung auf klassische Autowerbung. "Eine sehr lustige und gut konzipierte Geschichte über Werbung", findet die Jury.

Beim Sonderthema "Physik im Alltag" der Joachim Herz Stiftung gewann wieder "Laurentinews" aus Saterland, genau genommen die Schülerin Jule Thomes mit ihrem Beitrag: "Warum Katzen nie auf ihre Marmeladenseite fallen". Wie nebenbei erkläre die Autorin die kleinen Wunder des Alltages, sagt die Jury. "Ihre Sprache ist dabei erfindungsreich, stets präzise und verständlich. Sie schreibt humorvoll, nie klaumaukig." Kurzum: "preiswürdig".

fln
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