Schülerzeitungschefs im Interview "Besser als Drogen nehmen"

Wie wird man eigentlich Seriensieger? Im Interview verraten die Chefredakteure der Schülerzeitung "Innfloh" ihr Geheimrezept für den SPIEGEL-Schülerzeitungspreis. Mit einer innovationsfreudigen und tortensüchtigen Redaktion machten sie das beste Blatt.

Michael B. Rehders

SPIEGEL ONLINE: Ihr schon wieder! Der "Innfloh" hat zum vierten Mal in Folge den Gesamtsieg geholt - das ist unerreicht. Wie macht ihr das?

Mona: Wir dachten selbst, dass viermal hintereinander gewinnen gar nicht geht. Es geht aber doch. Hier zu gewinnen, fühlt sich besser an, als Drogen zu nehmen. Da habe ich zwar keine einschlägigen Erfahrungen, aber es ist garantiert nicht so gut.

Florian: Nach dem Sieg im vergangenen Jahr wurde der Ton von anderen Schülerzeitungen uns gegenüber rauer. Alle wollten den "Innfloh" vom Thron stoßen.

SPIEGEL ONLINE: Habt ihr euer Blatt für die diesjährige Ausgabe verändert?

Florian: Wir wollten vor allem anders sein als die Vorgänger. Mit Elisa, Mona und mir haben wir eine neue Chefredaktion. Wir haben das alte Heftkonzept umgeschmissen und ein neues Layout gemacht. Unser Vorbild war das "11 Freunde"-Magazin.

Elisa: Wir haben auch von Hochglanzpapier auf Öko-Papier umgestellt. Viele dachten zuerst, uns sei das Geld ausgegangen, dabei ist der Druck auf umweltfreundlichem Papier viel teurer. Wir lieben den neuen Geruch unseres Heftes.

SPIEGEL ONLINE: Wie groß ist die Redaktion?

Elisa: Zehn bilden den harten Kern, aber wir haben momentan etwa 40 Mitglieder, die vor allem Texte geliefert haben. Außerdem hilft uns ein Betreuungslehrer.

Florian: Herr Böhm ist schon ziemlich lang dabei und unterstützt uns beim Redigieren, beim Schreiben und beim Sammeln neuer Ideen. Er achtet auf den roten Faden im Heft.

SPIEGEL ONLINE: Wie viel Arbeit steckt in diesem 150-Seiten-Heft?

Elisa: Insgesamt haben wir über ein halbes Jahr an dieser Ausgabe gearbeitet. Ich habe im letzten Monat der Produktion für den "Innfloh" allein 500 E-Mails verschickt.

Florian: Ich habe unsere Stunden zusammengezählt und bin auf die Stundenzahl eines normalen Arbeitnehmers gekommen. Mit der Schule ging es zum Glück trotzdem klar, keiner von uns ist versetzungsgefährdet.

SPIEGEL ONLINE: Was kommt im nächsten Jahr - wieder das Projekt Titelverteidigung?

Mona: Wir werden weiter eine Zeitung für unsere Mitschüler machen und nicht für den SPIEGEL. Aber wir wissen, dass auch die anderen Schülerzeitungen nicht schlafen.

Florian: Wir schlafen dafür dreimal nicht. Ich möchte weiterhin mit ganz viel Liebe und Aufwand tolle Ausgaben machen.

SPIEGEL ONLINE: Und was passiert mit dem Preisgeld?

Elisa: Das stecken wir in Technik, einen neuen "Innfloh"-Laptop, eine neue Kamera und ein Diktiergerät.

Mona: Und wir werden Pizza und Torte für die ganze Redaktion kaufen. Wir essen viel und gerne, da kommen uns oft die besten Ideen.

Das Gespräch führte Jonas Leppin.

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