SPIEGEL-Schülerzeitungspreis "Was ich schreibe, finden Profis gut"

Mit dem Schülerzeitungspreis zeichnet der SPIEGEL den journalistischen Nachwuchs aus. Veronika Widmann, 20, hat ihn zweimal gewonnen. Im SchulSPIEGEL erzählt sie von ihren Anfängerfehlern als junge Journalistin, und wie der Preis sie ermutigte weiterzumachen.

Schülerzeitungspreis: Die Bewerberfrist läuft bis zum 31. März 2012

Schülerzeitungspreis: Die Bewerberfrist läuft bis zum 31. März 2012


Zu Beginn der neunten Klasse gehe ich zum ersten Mal zu einer Redaktionssitzung unserer Schülerzeitung "Innfloh". Ich begleite meine Freundin Anna-Lisa, die nicht die einzige Neue sein will - und bleibe hängen.

"Journalismus ist ein Handwerk", sagen die, die ihn machen - und ein Handwerk lernt man nur beim Ausprobieren. Für unseren ersten Artikel interviewen Anna-Lisa und ich einen Arzt zum Thema Sucht. Wir stellen eine Frage, er redet fünfzig Minuten, wir nicken freundlich. Mit seinem Monolog beantwortet er alle anderen Fragen, die wir noch stellen wollten. Anfängerfehler sind bei der Schülerzeitung erlaubt.

Beim zweiten, dritten, vierten Artikel läuft es besser. Ich merke, wie viel Spaß es mir macht, mit Menschen zu sprechen und ihre Geschichten danach aufzuschreiben, dabei an jedem Satz zu feilen, damit der Leser sie auch gern liest. Später mal Journalistin werden? Vielleicht.

Vom Redaktionszimmer in die SPIEGEL-Kantine

2008, drei Jahre nach unserem ersten Interview, werden Anna-Lisa und ich zusammen mit unserer Freundin Christina Chefredakteurinnen des "Innfloh". Das Redaktionszimmer mit dem schmuddeligen Sofa ist jetzt unser zweites Zuhause, jeden Freitagnachmittag verbringen wir dort. Im Februar und März sehen meine Eltern mich kaum noch: "Innfloh"-Endphase. Denn wie jedes Jahr bewerben wir uns beim SPIEGEL-Schülerzeitungswettbewerb und bis zum 31. März muss das Heft bei der Jury in Hamburg vorliegen.

Eine Schülerzeitung ist eine riesige Bastelei. Wir sammeln Fotos, verbessern Texte, schreiben Bildunterschriften. Das schafft man nur im Team. Gerade dieses Team ist das Schönste und Motivierendste am "Innfloh".

Kurz vor Redaktionsschluss verlagern wir die Arbeit in das Zwölf-Quadrameter-Zimmer im Haus der Eltern unseres Layouters - dort können wir auch nachts weitermachen. Mitten im Raum stehen Chips, Schokolade und Keksen. Der Lohn der durchwachten Nächte: Das eigene gedruckte Heft in den Händen, der Geruch von frischem Papier und Tinte in der Nase - und die Einladung zur Preisverleihung des SPIEGEL-Schülerzeitungswettbewerbs.

Zwei Monate später sitzen wir ehrfürchtig mit anderen Schülerzeitungsmachern aus ganz Deutschland in der Kantine des SPIEGEL. Wir machen Fotos und posten sie auf Facebook. Später fühlen wir uns nicht mehr ganz so cool, SPIEGEL-Chefredakteur Georg Mascolo verleiht die Preise, und wir sind nervös. Doch dann: "Der 'Innfloh' ist journalistisch ein Elefant", sagt Mascolo - und deshalb sind wir Gesamtsieger 2009.

Der Preis macht nicht nur stolz, er spornt auch an: Im nächsten Jahr wollen wir nachlegen. 2010 gewinne ich mit meiner Reportage einen Einzelpreis. Was ich schreibe, finden also auch die Profis gut.

Später mal Journalistin werden? Warum eigentlich nicht.

Der SPIEGEL-Verlag vergibt im Schuljahr 2011/12 zum 16. Mal den Schülerzeitungspreis in insgesamt sieben Kategorien. Einsendeschluss ist der 31. März 2012. Hier geht es zur Ausschreibung.

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