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Ausgezeichnet: Die besten deutschen Schülerzeitungen

SPIEGEL-Wettbewerb "Innfloh" verteidigt Titel als beste Schülerzeitung

Und wieder räumt Bayern ab. Beim SPIEGEL-Wettbewerb "Die besten Schülerzeitungen Deutschlands" triumphiert erneut eine junge Redaktion aus dem Süden. Das Erfolgsgeheimnis der "Innfloh"-Macher aus Mühldorf am Inn: Nachwuchsarbeit.

Schülerzeitungswettbewerb des SPIEGEL

So sieht eine triumphale Titelverteidigung aus: Deutschlands beste Schülerzeitung heißt wie im Vorjahr "Innfloh" und kommt aus Bayern. Die Nachwuchsjournalisten vom Ruperti-Gymnasium in Mühldorf am Inn wurden beim mehrfach ausgezeichnet - in sechs Kategorien mit insgesamt neun Preisen, darunter der zweitbeste Heftinhalt sowie das beste Titelbild, und gleich mehrfach in den Kategorien Reportage, Interview und Foto. Das reichte mit Abstand für den Gesamtsieg. Wiederholt waren sie schon in den Jahren zuvor in die Top Ten vorgestoßen.

Am Montagabend bekamen die jungen Blattmacher ihre Preise, überreicht von der SPIEGEL-Chefredaktion. Zur Belohnung fliegen fünf Redaktionsmitglieder in den Herbstferien für eine Woche nach Israel, wo sie die SPIEGEL-Korrespondentin Juliane von Mittelstaedt betreut.

Die 19-köpfige Jury unter Vorsitz des SPIEGEL-Chefredakteurs Mathias Müller von Blumencron begutachtete in diesem Jahr über 1400 Hefte und Beiträge von rund 550 Schülerzeitungen in insgesamt neun Kategorien - unter anderem Layout, Titelbild, Reportage. Zudem wurden die besten Zeitungen für fünf verschiedene Schulformen von der Grund- bis zur Gesamtschule ermittelt. "Die Zeitungen sind mit viel Engagement und persönlichem Einsatz produziert. Die jungen Blattmacher haben daher Sorgfalt bei der Beurteilung verdient", so Müller von Blumencron. Es sei ein "kniffliges Stück Arbeit gewesen", die besten auszuwählen.

Insgesamt war es ein Wettkampf der Titelverteidiger - neben "Innfloh" reüssierten in den einzelnen Kategorien alte Bekannte. So sicherte sich die Schülerzeitung "Background" des Berthold-Gymnasiums aus Freiburg wie im Vorjahr den Preis fürs beste Layout. Die beste Hauptschulzeitung ist erneut "V.I.N." (Very Important News) aus Auerbach, der beste Online-Auftritt die Seite "dein.gs" des Bayreuther Christian-Ernestinum-Gymnasiums.

Den Preis für die beste Internetseite überreichte Rüdiger Ditz, Chefredakteur von SPIEGEL ONLINE. Er lobte die "tolle Auswahl" der eingereichten Arbeiten und das Engagement der Schüler, die auch mit kleinen Redaktionen ihre Seiten aktuell halten. Als Anregungen gab er den Nachwuchs-Onlinern mit auf den Weg, noch mehr multimediale Formate zu wagen, mehr Filme, mehr Animationen, mehr Experimentierfreude: "Leute, nehmt die Kamera in die Hand."

Ein wenig Licht im Norden

Aber wie schafft es eine Schülerzeitung wie "Innfloh", über Jahre erfolgreich zu bleiben? "Nachwuchsarbeit dürfte der Schlüssel zum Erfolg sein", schrieben die SPIEGEL-Chefredakteure Müller von Blumencron und Georg Mascolo in einem Grußwort. Die "Innfloh"-Redaktion habe es geschafft, immer wieder Schüler für die Zeitungsarbeit zu begeistern und ihr Know-how weiterzugeben.

Bei der Preisverleihung in der Hamburger SPIEGEL-Kantine wurden insgesamt 58 Schülerinnen und Schüler von 23 Schülerzeitungsredaktionen ausgezeichnet. Als Preise erhielten sie zwischen 300 und 1000 Euro Zuschuss für ihre Redaktionsarbeit.

Mit dem erneuten Sieg von "Innfloh" verfestigt sich ein geografischer Schülerzeitungstrend, ein Nord-Süd-Gefälle des Nachwuchsjournalismus. Seit Jahren kommen die erfolgreichsten Schülerzeitungen aus dem Süden Deutschlands, mit wenigen Ausnahmen. Im letzten Jahr schaffte es keine einzige Schülerzeitung aus dem Norden, auf den vorderen Plätzen zu landen. Dieses Jahr kommt immerhin die beste Gesamtschulzeitung aus Hamburg: "Blickwechsel" heißt sie und erscheint an allen Hamburger Waldorfschulen. Und auch der Sieger in der wichtigen Kategorie "Heftinhalt" kommt aus Hamburg. Die Macher des Blattes "Der Goaner" vom Gymnasium Oberalster waren hier erfolgreich.

Die Kooperationspartner des SPIEGEL-Verlags beim Schülerzeitungswettbewerb hatten außerdem Preise für zwei Sonderthemen ausgelobt: DasTelefonbuch für "Ich im Netz" und SchülerVZ für "Ein Leben ohne Internet". Zwei Jungjournalisten wurden vom Hermann-Gmeiner-Fonds zu einer Recherchereise in ein SOS-Kinderdorf eingeladen, und die Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin vergab ein mehrwöchiges Theaterpraktikum.

otr
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