Statistisches Bundesamt Die Zahl der Erstklässler steigt

Lange hieß es, in Deutschland gibt es immer weniger Schüler. Der Negativtrend könnte nun gestoppt werden, seit Jahren werden immer mehr Kinder eingeschult. Gleichzeitig werden Gesamtschulen beliebter.

Erstklässler in München (Bayern)
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Erstklässler in München (Bayern)


Zu Beginn des laufenden Schuljahres wurden fast überall in Deutschland mehr Kinder eingeschult als im Vorjahr. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, starteten im Sommer nach vorläufigen Ergebnissen bundesweit 725.100 Schulanfänger. Das waren 0,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auch in den Jahren davor war die Zahl der Einschulungen kontinuierlich leicht gestiegen.

Besonders stark hat die Zahl der Kinder zugenommen, die ihre Schullaufbahn an einer Integrierten Gesamtschule begannen. Hier hat es im Vergleich zum vorangegangenen Schuljahr sogar 3,4 Prozent mehr Schulanfänger gegeben.

Als einziges Bundesland verzeichnete Baden-Württemberg einen Rückgang der Einschulungen. Hier ging die Zahl der Schulanfänger um 0,8 Prozent zurück auf 98.800 Kinder. Die höchsten prozentualen Zuwächse gab es dagegen in Thüringen, wo 2,5 Prozent mehr Kinder eingeschult wurden. Auch Sachsen-Anhalt hatte mit einem Zuwachs um 2,2 Prozent überdurchschnittlich viele Schulanfänger. Die zahlenmäßig meisten Schulanfänger hatte als bevölkerungsreichstes Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 159.500 Kindern. Das entsprach allerdings nur einem unterdurchschnittlichen Zuwachs um 0,2 Prozent.

Langfristig betrachtet hat die Zahl der Erstklässler jedoch abgenommen. 1996 wurden noch mehr als 953.000 Kinder eingeschult - und rund ein Fünftel mehr als im laufenden Schuljahr. Dennoch gehen Forscher davon aus, dass es bis 2025 eine Million mehr Schüler geben wird als erwartet. Dadurch werden auch immer mehr Lehrer gebraucht, dabei haben schon jetzt viele Schulen Probleme, Lehrer und Schulleiter zu finden.

In ihrer aktuellen Auswertung stellt das Statistische Bundesamt auch einen bundesweiten Trend zum längeren gemeinsamen Lernen fest, der zu einem Ausbau des Grundschulbereichs an Integrierten Gesamtschulen geführt habe. So hat sich die Zahl der Einschulungen an Gesamtschulen im Vergleich zum Schuljahr 2007/2008 mehr als verachtfacht.

Allerdings besuchen noch immer nur wenige Erstklässler eine Gesamtschule. Aktuell liegt der Anteil der Schulanfänger an Integrierten Gesamtschulen bei 2,6 Prozent. Vor zehn Jahren waren es allerdings nur 0,3 Prozent. Baden-Württemberg hat den bundesweit höchsten Anteil. Hier besuchen 12,4 Prozent der Erstklässler eine Integrierte Gesamtschule. Auch in Thüringen und in Berlin ist der Anteil mit 7,4 Prozent überdurchschnittlich.

koe/dpa

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