Betreuung von unter Dreijährigen Immer mehr Kleinkinder gehen in eine Kita

Eltern haben einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für ihre Kinder - und nehmen diesen zunehmend auch in Anspruch. Die Betreuungsquote bei unter Dreijährigen steigt.

Kinder in einer Kinderkrippe in Hannover (Niedersachsen)
DPA

Kinder in einer Kinderkrippe in Hannover (Niedersachsen)


Eltern nutzen zunehmend den Rechtsanspruch auf einen öffentlich geförderten Betreuungsplatz für ihre Kleinkinder. Am 1. März dieses Jahres wurden rund 763.000 Kinder unter drei Jahren in einer Kita, einer Krippe oder von einer Tagesmutter betreut, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das waren 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr.



In Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein nahm die Anzahl der betreuten Kleinkinder mit etwa zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr am stärksten zu. In Mecklenburg-Vorpommern war der Zuwachs mit einem Plus von 1,9 Prozent am geringsten. Der Grund: Die Betreuungszahlen sind in den neuen Bundesländern seit Jahrzehnten vergleichsweise hoch. Daher fiel die Steigerung dort geringer aus.

Im März 2017 gab es in Deutschland 55.266 Einrichtungen wie Kitas oder Krippen, mehr als 85 Prozent der Kinder waren dort untergebracht. 15 Prozent der Eltern vertrauten ihr Kind einer von 43.951 Tagespflegepersonen an.

koe/dpa



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Valis 27.07.2017
1. Kein Wunder
Es ist leider heutzutage in Deutschland so das ein Elternteil alleine die Familie nicht durchbringen kann. Meine Frau ist Lehrerin.Selbst allein durch ihr Gehalt könnten wir unseren Lebensunterhalt nicht bezahlen mit kleinem Häuschen und einem Kind. Das war früher anders. Ich kann mich an Zeiten erinnern in dem Kfz Mechaniker eine Familie mit Eigenheim durchbringen konnten ohne das die Frau arbeiten musste. Wir nehmen es einfach so hin. Die Politik rechnet uns jedes Jahr vor wie toll viele Leute in Deutschland arbeit haben. Das aber die wenigsten davon leben können scheint ausgeblendet. Unser Sohn ist mit einem Jahr zur Tagesmutter gekommen. Zu früh wie wir finden.Doch anders geht es leider nicht. Wir arbeiten beide Voll. Und es reicht grade einmal so um über die Runden zu kommen und um einmal im Jahr einen kleinen Urlaub zu machen. Ein zweites Kind würde uns finanziell eigentlich gar nicht gelegen kommen. Wir möchten trotzdem eins. Ich finde es auch erstaunlich das in Deutschland ständig über die sinkende Fertilität geredet wird. Und das was man dagegen tun kann. Ein Beispiel gibt Hamburg doch vor. Mein Bruder wohnt 30 Km entfernt von mir in Hamburg. Ich in Niedersachen. Er zahlt für die Kita nix. Ich um die 200 Euro. Deutschland sollte die Eltern in ganz Deutschland entlasten.
kuschmucki 27.07.2017
2. Kein Wunder,
....denn den Eltern bleibt nichts anderes übrig. In unserer Stadt mit vier Kitas bekommen Kinder mit über drei Jahren KEINEN Kindergartenplatz mehr. Unsere Eltern bringen ihr Kind mit zwei Jahren zu uns in den Kindergarten und schildern wie unglücklich sie mit der Situation sind: Gern würden sie ihr Kind erst mit drei Jahren in die Kita schicken, haben aber dann keinen Einfluss auf die Wahl des Kindergartens. Sprich, sie müssten einen zugeteilten im Umkreis von mehreren Kilometern nehmen. Egal nach welcher Konzeption dort gearbeitet wird... Den Einrichtungen werden Kinder zugeteilt. Seit fünf Jahren sind wir in der Überbelegung. Ohne zusätzliche Betreuungsstunden, Platz oder finanzielle Mittel. Hurra ! Die Bundesregierung hat einen rechtlichen Betreuungsanspruch durchgesetzt. Nur auf wessen Kosten ? Und das ist erst der Anfang. Die prognostizierte sinkende Geburtenrate war wohl nix. Erzieherinnen fehlen jetzt schon zu hauf. Es bleibt spannend!
Pfiffikus2010 27.07.2017
3. KITA-Gebühren
@valis (#1) JA, die von Bundesland zu Bundesland und von Kommune zu Kommune wechselnden Gebühren für KITAs sind äußerst ärgerlich. Wir bezahlen in Ba-Wü als Eltern ca. 1/3 der Betreuungskosten, die reslichen 2/3 übernimmt das Land Ba-Wü. In unserer Kita beträgt der Elternanteil nun rund 600€/Monat + 65€ Essensgeld. Eine weitere Erhöhung zum Jahreswechsel wurde bereits angekündigt. Im benachbarten Rheinland-Pfalz fallen für die KITA keine Gebühren an, lediglich ein Obolus fürs Essen. Das sollte in Deutschland auch einmal "harmonisiert" werden, da hier die Wohnortwahl einen deutlichen finanziellen Einschnitt bedeutet.
sunya 27.07.2017
4. Riesige Gebührenunterschiede
In absehbarer Zeit werde ich Mutter. Ich gebe es zu, gerne würde ich nach einem oder zumindest zwei Jahren wieder in Teilzeit arbeiten gehen. Mein Verdienst wird uns einfach fehlen, obwohl mein Mann nicht schlecht verdient. Aber mit einem Kind denken wir natürlich auch über größeren Wohnraum nach, zudem wollen wir kein Einzelkind. Also werden höhere Kosten auf uns zukommen als jetzt. Ende des Jahres werden wir Eltern und haben genau dieses Problem - Lohnt es sich überhaupt finanziell für mich, wieder arbeiten zu gehen? Wir zahlen hier in der Gemeinde ca. 660,- Euro für 3 Tage Betreuung. Da kann man auch fast die komplette Woche buchen, will man natürlich aber nicht. In angrenzenden Gemeinden zahlt man im Übrigen nur um die 200,- Euro im Vergleich. Dafür sind die Mieten und Immobilien teurer. Also wäre nur eine Tagesmutter denkbar. Diese sind, bereits jetzt bis 2019 ausgebucht. Nun ist aber unser Kind nicht mal auf der Welt, da melde ich es doch noch nicht gerne jetzt schon an? Zudem schließt die Kita um 17.00 Uhr. Also müsste mein Mann an den Tagen, an denen ich arbeite früher Feierabend machen, um das Kind abzuholen. Ich bin jetzt schon sehr gespannt, wie wir das mal lösen werden.
laracrofti 27.07.2017
5. Kita - Gebühren, eine Frechheit
für alle und alles hat der deutsche Staat Geld, für die eigenen Kinder aber weniger. Das ist indiskutabel und eines Landes wie Deutschland absolut unwürdig.
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