Gesetzentwurf Stiefkinderadoption künftig auch für nicht verheiratete Partner möglich

Patchworkfamilien sollen leichter zusammenwachsen können: Auch Nichtverheiratete können in Zukunft die Kinder des Partners adoptieren. Das plant das Bundesjustizministerium.

Eric Audras/ Onoky/ Getty Images

In Deutschland soll es auch für unverheiratete Paare künftig möglich sein, die Kinder des Partners zu adoptieren. Das sieht ein Gesetzentwurf aus dem SPD-geführten Justizministerium vor.

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Voraussetzung ist, dass das Paar seit mindestens zwei Jahren eheähnlich zusammenlebt oder bereits ein gemeinsames Kind hat, das ebenfalls im Haushalt lebt. Bislang sind "Stiefkinderadoptionen" mit gemeinsamer Elternschaft nur für Eheleute möglich. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hatte dies für grundgesetzwidrig erklärt.

Für Koalitionskonflikt dürfte sorgen, dass die Adoption laut Entwurf auch möglich sein soll, wenn einer der Partner anderweitig verheiratet ist. "Diese Regelung ist weder geboten noch hilfreich", kritisiert Vize-Unionsfraktionschef Thorsten Frei. "Sie ist auch nicht nötig, um die Vorgaben des Verfassungsgerichts umzusetzen."

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insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
isar56 09.08.2019
1. Und?
muss der sogenannte abgebende, leibliche Elternteil das Kind zur Adoption frei geben? Welche Voraussetzungen müssen weiter für den neuen Partner zur Adoption erfüllt sein? Bleiben die Jugendämter Ansprechpartner für beide Elternteile und den Adoptionsbewerber? .........
dasfred 09.08.2019
2. Wichtig ist das Kind
Es ist egal, ob die Menschen, die gemeinsam ein Kind aufziehen, eine Heiratsurkunde in der Schublade haben. Die Adoption soll ja in erster Linie sicherstellen, dass das Kind bei einer vertrauten Person verbleiben kann, wenn dem leiblichen Elternteil etwas passiert. Für die emotionale Beziehung sind diese Formalitäten nicht wichtig.
Velo Fisch 09.08.2019
3. kein Wegadoptieren mehr
Zitat von isar56muss der sogenannte abgebende, leibliche Elternteil das Kind zur Adoption frei geben? Welche Voraussetzungen müssen weiter für den neuen Partner zur Adoption erfüllt sein? Bleiben die Jugendämter Ansprechpartner für beide Elternteile und den Adoptionsbewerber? .........
Das Wegadoptieren ist eine massive Menschenrechtsverletzung, die in Deutschland glücklicherweise abgenommen hat. Meines Wissens ist das in der Regel nicht mehr möglich. Dass eine Partnerschaft als "stabil" bezeichnet wird, wenn die Partner*innen anderweitig verheiratet sind, halte ich für einen Treppenwitz. "Wir haben ein stabiles Verhältnis. Wir sehen uns alle 2 Wochen regelmäßig und wollen, dass das was Festes wird. Scheiden will ich mich nicht lassen wegen der Steuer und de Leut, aber Du kannst ja Vater meiner Kinder werden."
ilikebooks 09.08.2019
4. Das wird auch Zeit
Manchmal hab ich das Gefühl, von meinen Großeltern regiert zu werden. Es ist sowas von egal, ob jemand verheiratet ist oder nicht. Das sollte niemals ins Gewicht fallen.
ditor 10.08.2019
5. Gesellschaft
Zitat von ilikebooksManchmal hab ich das Gefühl, von meinen Großeltern regiert zu werden. Es ist sowas von egal, ob jemand verheiratet ist oder nicht. Das sollte niemals ins Gewicht fallen.
Wenn man keine regelmäßige, organisierte Unterstützung der Gesellschaft für sein Familienleben möchte. Ansonsten ist es hilfreich für klare Verhältnisse zu sorgen, eine Ehe vereinfacht dies.
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