Strenge Sitten Schulverweis wegen Haarsträhnen

Die US-Schülerin Kristen McCorkle experimentierte mit ihrer Haarfarbe - und erwischte einen kräftigen Rotton. Die Leitung ihrer Schule fand die Strähnen schlimm genug, um das Mädchen dafür vom Unterricht zu suspendieren.


Ein 14-jähriges Mädchen ist an einer amerikanischen Schule in Bates City, Missouri, des Unterrichts verwiesen worden, weil sie sich die Haare gefärbt hatte. Über den Fall berichtete unter anderem der Fernsehsender KMBC-TV in Kansas City. Die Schulleitung der Bueker Middle School argumentierte, dass die roten Haarsträhnen der Schülerin ihre Mitschüler ablenkten und damit den Unterrichtsfortgang störten.

Screenhot des "KansasCityChannel": Verhängnisvolles Rot

Screenhot des "KansasCityChannel": Verhängnisvolles Rot

Die Auszeit für Kristen McCorkle soll so lange andauern, bis die Schülerin das Styling ihrer Haare wieder geändert hat. Die Schülerin sagte, der Verweis sei völlig unerwartet gekommen. Ihr half auch nicht, dass sie in der Vergangenheit durch sehr gute Schulnoten überzeugt hatte.

McCorkle sagte, sie glaube nicht, dass ihr Haarstyling sehr außergewöhnlich sei, etwa "durch Farben, die außerhalb der Norm sind, wie Blau, Grün oder Pink". Rot sei dagegen innerhalb dessen, woran die Leute gewöhnt seien. Wenn man so wie die Schule vorgehe, nehme man den Schülern "ihre Individualität".

"Ich glaube nicht, dass die Frisur sehr außergewöhnlich ist", sagte auch der Vater des Mädchens, Tim McCorkle. Er ist zugleich der Polizeichef der Stadt. Die Schule müsse ihre Position überdenken, sagte McCorkle.

Der Schulinspektor des Bezirks sagte, der Fall sei eine Frage der Interpretation. Die Schule habe in bestem Willen für die Schüler gehandelt. Vater McCorkle hält dagegen, dass die festgeschriebenen Regeln der Schule wohl etwas veraltet seien.

Die Schülerin will nun die Strähnen überfärben: Der Farbton sei wesentlich stärker ausgefallen als beabsichtigt.

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