Studie zu digitaler Bildung Lehrer nutzen Computer zu selten

Von wegen digitale Ödnis an Schulen: Die meisten Lehrer haben Zugang zu Computern und Laptops, zeigt eine Umfrage. Aber sie nutzen sie oft nicht.

Deutsche Schulen sind schlecht ausgestattet mit Computern, Laptops, Internetzugang? Das stimmt oft. Doch manchmal liegt es nicht an der mangelnden Technik, wenn Schulen die Digitalisierung verschlafen - sondern an den eigenen Lehrern.

Der Verein "Initiative D21", der den digitalen Wandel der Gesellschaft unterstützen will, hat eineOnline-Befragung  von rund 1400 Lehren und 1100 Schülern in Auftrag gegeben und die Ergebnisse am Dienstag veröffentlicht. Demnach sagten acht von zehn Lehrern, dass sie einen PC im Unterricht nutzen könnten, sechs von zehn verfügen über ein interaktives Whiteboard und gut jeder zweite über ein Notebook.

Allerdings bekommen viele Schüler davon gar nichts mit. Nur sieben von zehn Schüler wussten von einem Computer, der im Unterricht benutzt werden kann. Drei von zehn erwähnten ein Whiteboard und zwei von zehn ein Notebook. "Es ist anzunehmen, dass Schulen zwar grundsätzlich technisch ausgestattet sind, entsprechende Geräte aber nicht umfassend in den Schulalltag eingebunden werden", schreiben die Autoren der Studie.

Woran liegt es, dass Lehrer offenbar die digitalen Möglichkeiten nicht ausschöpfen, die ihnen ihre Schule bietet? "Die Rechner sind zu alt und zu langsam", wird eine Lehrkraft in dem Bericht zitiert. "Daher kann ich mich zum Beispiel auf die Interaktiven Whiteboards nicht verlassen und mache dann halt doch eine Folie."

Pro & Contra: Handys an Schulen - verbieten oder nutzen?
Foto: Sebastian Kahnert/ picture alliance / dpa

Handys lenken ab, Handys vermasseln die Noten. So denken viele Lehrer - und die Schulen reagieren mit einem Verbot.

Gut vier von zehn Lehrern sind mit der technischen Ausstattung ihrer Schule unzufrieden, sie halten Geräte und Software für zu alt oder die Computerräume für zu klein. Immerhin gaben 96 Prozent der Lehrer an, dass es an ihrer Schule Internet gebe - doch das sei oft zu langsam.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka hatte vor vier Wochen angekündigt, für die technische Ausstattung aller 40.000 Schulen in Deutschland mit Computern und WLAN bis 2021 fünf Milliarden Euro bereitzustellen. Digitale Bildung ist auch ein Hauptthema auf dem Nationalen IT-Gipfel, der am Dienstag in Saarbrücken begann.

Doch eine bessere technische Ausstattung würde nicht alle Probleme lösen. In der Umfrage gaben sechs von zehn Lehrern zu, sich zu wenig mit IT auszukennen, um sie im Unterricht einzusetzen. Zudem müssen sich die Lehrer auch um die Wartung der Geräte oft selbst kümmern. Sieben von zehn gaben an, dass dafür ein Kollege zuständig sei. Nur ein gutes Drittel berichtete von einer externen IT-Fachkraft, die das Kollegium unterstütze.

"Schon während der Lehramts- und Referendariatsausbildung muss Medienpädagogik deutschlandweit als verpflichtender und prüfungsrelevanter Bestandteil in allen pädagogischen Ausbildungsgängen verankert werden", fordert die "Initiative D21"

lov
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.